Wer ist unser König?

Heute gibt es keine „echten Könige“ mehr. Deswegen sagen viele, dass die Bezeichnung „König“ für Jesus unpassend und unverständlich geworden sei. Nun, wie sollten wir denn Jesus bezeichnen? Jesus, unser Kanzler, oder: Jesus, unser Präsident? Sie merken, wie lächerlich das wäre. Außerdem weiß jeder im Inneren, was ein wirklicher König ist.

Wie ist aber nun das Königtum Christi zu verstehen? Ich möchte drei Aspekte hervorheben:

Erstens stammt Jesus tatsächlich direkt von König David ab, und zwar sowohl über seine Mutter Maria, als auch über seinen Adoptivvater Josef. Die an David ergangene Verheißung, dass ein Nachkomme von ihm über Israel herrschen und das Königtum wiederherstellen werde erfüllt sich an ihm. Auch Messias musste aus dem Geschlecht Davids stammen. 

In Jesus ist Verheißung erfüllt, er versteht dieses Königtum jedoch anders. Im Verhörvor Pilatus sagt er: „Mein Königtum ist nicht von dieser Welt.” (Joh. 18, 36). Erst nach dieser Klarstellung gibt er auf die Nachfrage des Pilatus zu: “Du sagst es, ich bin ein König”, um dann aber sofort hinzuzufügen: „Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege.” (Joh. 18, 37).

Natürlich denkt Pilatus ganz und gar in den Kategorien dieser Welt und versteht Königtum als politische Institution. So ist seine Schlussbemerkung mehr als verständlich: “Was ist Wahrheit?” (Joh. 18, 38). Ein Königtum, das der Wahrheit verpflichtet ist, kann Er sich schlicht nicht vorstellen. Und ich denke: Da steht er nicht allein!

Das Entscheidende an einem König ist, dass er vorangeht, und dass sein Volk ihm nachfolgt. Die Nachfolge dieses Königs ist jedoch zunächst keine glanzvolle. Jesus hat daran erinnert, dass wer herrscht, dienen muss, und dass nur wer dient, auch herrschen kann: das ist der 2. Aspekt.

Im Christushymnus im Philipperbrief heißt es: „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich / und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.“ Er ist in seinem Dienst in die äußerste Finsternis der Sünde, des Fluches und des Todes hinabgestiegen. 

Tatsächlich ist Jesus der letzte König der Juden der so tituliert und auch gekrönt wurde. Der Spross aus Isais Stamm wurde mit Dornen gekrönt, die Tafel über seinem Haupt besagte, dass er der König der Juden ist, und schon David prophezeite, „vom Holz herab herrscht unser Gott“. Sein Thron ist das Kreuz. Und deswegen besteht die Treue zu unserem König, ihm in der Hingabe nachzufolgen, ihn selbst in allen Menschen zu sehen, ihm in unserem Nächsten zu dienen.

Zum 3. Aspekt lesen wir im Hymnus im Philipperbrief weiter: „Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt:  «Jesus Christus ist der Herr» – zur Ehre Gottes, des Vaters.“

Folgen wir Jeus also in den Tod, das heißt, kreuzigen wir unser Ich für das Du, dann werden wir auch mit ihm herrschen in Ewigkeit – so wie er es uns verheißen hat.

Zum Schluss allerdings noch eine wichtige Frage, die wir uns heute am Christkönigssonntag stellen sollten: Wer ist unser König? Zu welchem König bekennen wir uns öffentlich? Welchen König folgen wir in unserem täglichen Leben? Wer sitzt da auf dem Thron? Der Herr oder ein Götze? Wer ist die Nummer 1 in unserem Leben? Meine Familie? Mein Beruf? Meine Freizeit? Ich selbst? Meine Bequemlichkeit?

Darum steht das Gebot: „Du sollst keine anderen Götter haben vor meinem Angesicht“ auch an erster Stelle. Alle anderen hängen davon ab. Und im Vaterunser beten wir: „Geheiligt werde dein Name.“ – Was ist uns heilig? Der Name Gottes, der sich in Jesus Christus geoffenbart hat.

So heißt es in dem alten, schönen Lied: „Christus, meinKönig, Dirnur alleinschwöre ich die Liebe lilienrein, bis in den Tod die Treue!“

Diakon Markus

Bild: Christus Pantokrator, Cefalu (Foto: Andreas Wahra, edited by Entheta)

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