„Angelus“ für die Fastenzeit

Der neue Gemeindebrief „Angelus“ für die Monate Februar und März 2021 ist erschienen und kann hier heruntergeladen werden: Angelus Nr. 7

Den Leitartikel von unserem Pfarrer Artur Żuk können sie gleich hier lesen:

Neue Hoffnungen –
neue Herausforderungen

Der Zauber des Weihnachtsfestes und des Silvesters, ja sogar die Neujahrsvorsätze wurden bereits vergessen… und anstatt „Neues Jahr – neue Hoffnung“ auszurufen, kommt eher ein anderer Spruch in den Sinn: „Neues Jahr – neue Herausforderungen“.

Für unsere Pfarrei gilt das ebenso. Allerdings nehmen wir als Christen die neuen Herausforderungen gelassen, eher als eine wirksame Methode unserer Heiligung und inneren Entfaltung, denn wir glauben fest daran, dass alles, was uns widerfährt, doch eine Gnade ist, die wir nur richtig entziffern und nutzen sollen. In diesem Kontext betrachten wir alles, was uns im neuen Jahr begegnen wird, als Gottes Gabe und Auf-Gabe! Denn an solchen wird es uns im Jahr 2021 nicht fehlen.

Außer den traditionellen, typisch christlichen Aufgaben, wie die ordentliche spirituelle Vorbereitung (beginn am Aschermittwoch – 17. Februar) auf das Hochfest unserer Erlösung – Ostern (4. April), Erstkommunion (24. April), Pfingsten mit der Firmung und dem Patrozinium unserer Pfarrkirche am Pfingstmontag (23./24. Mai), dem grenzüberschreitenden Fronleichnamsfest (3. Juni)… und vielem anderen, erwartet uns in diesem Jahr etwas Einmaliges: Das doppelte JUBILÄUM und eine außergewöhnliche ZEIT der GNADE.

Im Herbst 2021, am Sonntag, den 17. Oktober, eröffnen wir feierlich, unter der Leitung unseres Bischofs Wolfgang Ipolt, das große JUBILÄUMSJAHR: 160 Jahre der Gründung der katholischen Pfarrei St. Trinitas in Guben und zugleich 50 Jahre der Einweihung der Pfarrkirche Maria, Mutter der Christenheit.

Diese Ereignisse wollen wir ordentlich und ausgiebig feiern, um uns selbst und allen Bewohnern der Stadt Guben bewusst zu machen, dass die katholische Kirche lebt, und dass es uns hier gibt. Wir wollen allen zeigen, dass wir auf eine reiche Geschichte zurückgreifen können und dass sogar die dämonischen Mächte der Vergangenheit die Kirche hier vor Ort nicht zerstören konnten, denn Jesus versprach dem ersten Papst, dem hl. Petrus, als er ihm die Schlüsselgewalt anvertraute: „Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen“ (Mt 16,18).

Das große JUBILÄUMSJAHR soll demnach für uns zwei Merkmale hervorheben: FREUDE über die katholische Kirche in Guben, wie auch UMKEHR und ERNEUERUNG des GLAUBENS in uns, damit die Kirche in Guben weiterhin bestehen kann als ein klares Zeichen des Wirkens Gottes in unserer Region.

Der erste, der einer ständigen Umkehr und Erneuerung des Glaubens bedarf, bin ich – euer Pfarrer, daher bitte ich EUCH ALLE schon heute, um ein beharrliches Gebet für mich, für die ganze Pfarrei und die Stadt Guben, damit das große JUBILÄUMSJAHR zu einem großen zwölfmonatigen Fest des Glaubens wird und zum Sieg Jesu sowohl in unserem persönlichen Leben, als auch in der ganzen Gemeinschaft der Gläubigen. Dies soll unsere wahre Hoffnung und zugleich eine freudenbringende Herausforderung sein.

Es grüßt und segnet Euch/Sie
Pfarrer Artur Żuk

Foto: Kirchweihe durch Bischof Gerhard Schaffran 1971 (Archiv)

Papst fordert in Corona-Krise „konkreten Wandel“

Papst Franziskus hat in einem TV-Interview des italienischen Senders Canale 5 erneut zu einer Umkehr angesichts globaler Missstände aufgerufen. In dem am Sonntagabend ausgestrahlten Gespräch mit dem TV-Journalisten Fabio Marchese Ragona im Gästehaus Santa Marta äußerte er sich unter anderem zur Corona-Pandemie und den jüngsten Unruhen in den USA.

Die Pandemie bezeichnete er als eine beispiellose Krise, aus der die Menschheit entweder besser oder schlechter hervorgehen könne. Die Welt benötige einen „konkreten Wandel“, um Kriege, Hunger und andere Ungerechtigkeiten zu beenden. Dies sei nur durch Brüderlichkeit und Solidarität möglich. „Das ‚Wir‘ muss überwiegen, das Gemeinwohl aller“, so der Papst.

Einem solchen Wandel stehe jedoch die weit verbreitete „Kultur der Gleichgültigkeit“ entgegen, die immensen Schaden verursache. Ebenso kritisierte Franziskus eine „Wegwerfkultur“, in der die Achtung vor dem menschlichen Leben abhanden gekommen sei. Sie zeige sich im rücksichtslosen Umgang mit Flüchtlingen und Migranten oder in der Abtreibungsfrage.

Abtreibung sei „kein religiöses, sondern ein menschliches Problem“, sagte der Papst. „Es ist ein Problem menschlicher Ethik. Ist es richtig, ein Menschenleben zu vernichten, um ein Problem zu beseitigen?“, fragte Franziskus. Erneut warnte er auch vor Sterbehilfe: „Niemand darf den Tod eines Kranken oder eines älteren Menschen beschleunigen, damit alles für uns angenehmer wird, damit wir weniger Probleme haben.“

Unter den drängendsten aktuellen Problemen weltweit nannte Franziskus in dem TV-Interview die Lage in Armut lebender Kinder. „Es gibt Kinder, die im Krieg geboren wurden und seit zehn Jahren im Krieg leben. Sie wissen nicht, was Frieden ist“, erklärte der Papst und beklagte die zahlreichen Konfliktherde. „Wir erleben bereits den Dritten Weltkrieg, einen Weltkrieg in Stücken“, warnte Franziskus einmal mehr.

Quelle: KAP
Foto: Ashwin Vaswani auf Unsplash

Bischof Ipolt ermutigt zur Haussegnung

Liebe Schwestern und Brüder!
Die Corona-Zeit bringt auch neue Chancen mit sich – man mag es kaum glauben! In diesem Jahr kommen die Sternsinger nicht zu Ihnen nach Hause. Ich lade Sie darum sehr herzlich ein, in den nächsten Tagen im Kreis Ihrer Familie oder auch für sich ganz allein eine kleine Andacht zu halten und den Segen für das neue Jahr zu erbitten. Besonders in dieser schwierigen Zeit sollten wir auf Gott bauen und seinen Schutz erbitten. Anbei finden Sie einen kleinen Vorschlag für einen solchen Haussegen. Anschließend schreiben Sie den Haussegen – so wie es sonst die Sternsinger tun – über Ihre Haustür – 20+C+M+B*21. Das ist gerade hier in der Diaspora ein Zeichen dafür, dass hier Christen wohnen.

Und eins sollten wir auch nicht vergessen: Die Spende für das Kindermissionswerk ist in diesem Jahr der Pandemie vielleicht noch wichtiger als sonst. Die Büchse der Sternsinger finden Sie dieses Mal nur digital auf der Seite www.sternsinger.de.

Ich wünsche Ihnen in diesem Sinn ein gesegnetes neues Jahr,
Ihr Bischof
+ Wolfgang Ipolt

Die Haussegnung zum neuen Jahr für Familien finden Sie hier.
Die Haussegnung zum neuen Jahr für Alleinstehende finden Sie hier.

„Im Anfang …“

„Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.“ So ähnlich beginnt auch das Buch Genesis, das erste Buch der Bibel überhaupt: „Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde.“ Und das Markusevangelium beginnt auch ähnlich. Wir haben es erst kürzlich, am 2. Adventsonntag gehört: „Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.“

Es geht also um einen Anfang und es geht um Gott. Und wenn zwei der Evangelien so ähnlich beginnen wie das Alte Testament, dann geht es um einen neuen Anfang. Und zwar nicht nur um ein neues Kapitel, um einen neuen Abschnitt, um etwas Neues, das einfach zum Bestehenden dazukommt. Nein! Wenn das Evangelium, die Frohbotschaft, so beginnt wie der Schöpfungsbericht, dann geht es tatsächlich um eine neue Schöpfung! Da wird nicht nur ein bisschen etwas ausgebessert, ein Fehler repariert, die Folgen eines Unfalls beseitigt. Nein! Es geht um einen grundlegenden, radikalen Neubeginn!

Mit der Geburt Jesu Christi tritt Gott selbst, das Wort Gottes, durch das alles erschaffen wurde, in die Geschichte des Menschen ein. Dadurch werden alle Bedingungen des Lebens, alle Parameter der gesamten Schöpfung komplett neu ausgerichtet. Es ist, zeitgemäß ausgedrückt, wie wenn eine universelle Reset-Taste gedrückt wird, die Schöpfung neu bootet und ein neues Betriebssystem installiert wird, mit dem nun alle anderen Programme laufen.

„Im Anfang“ heißt es. Das ist ganz entscheidend! Nicht „am Anfang“! „Am Anfang“ würde einen zeitlichen Beginn bedeuten, der einmal in der Vergangenheit geschehen und abgeschlossen ist. Mit „am Anfang“ beginnt eine Geschichte, die vorbei ist. So wie: „Es war einmal …“

„IM Anfang“ bedeutet etwas Ursächliches. Etwas, das noch immer fortdauert, das ewiger Anfang, das Grundlage von allem ist und bleibt. Eine neue Bedingung alles Seienden. Im Kind in der Krippe ist dieser ewige Anfang unter uns erschienen, hat unter uns gewohnt, „gezeltet“, wie es wörtlich heißt. Indem Gott selbst einen Menschenkörper angenommen hat, hat er auch die menschliche Natur von innen heraus und grundlegend verändert. Durch seinen Tod und seine Auferstehung hat er dem Menschen dann auch den Weg zum ewigen Leben und zur Einheit mit dem Vater im Heiligen Geist eröffnet. 

„Im Anfang“. Wenn wir Weihnachten wirklich begehen, wenn wir Weihnachten als inneres Fest feiern, dann können auch wir in unserem Leben einen neuen Anfang setzen, neue Bedingungen schaffen. In der Taufe ist das ontologisch, seinsmäßig bereits geschehen. In der Taufe sind wir zu dieser neuen Schöpfung geworden. Aber es gilt, unser Taufversprechen einzulösen, unsere Taufe in unserem Leben auch einzuholen.

Weihnachten kann für uns bedeuten, dass wir tatsächlich Jesus Christus zum Betriebssystem unseres ganzen Lebens machen, um diese Bild noch einmal zu verwenden. Wenn er die Grundlage unseres ganzen Lebens ist und nicht nur ein zusätzliches, nettes Beiwerk, dann verändert sich alles. Dann laufen auch alle Programme in unserem Leben grundlegend anders – nämlich ganz ausgerichtet auf Gott. Von ihm her, erfüllt von ihm und auf ihn hin.  „Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade über Gnade.“

Liebe Brüder und Schwestern! Für die meisten ist mit dem heutigen Tag Weihnachten vorbei und man bereitet sich auf den Jahreswechsel vor. Für uns hat heute Weihnachten erst begonnen, und wir feiern Weihnachten eine ganze Woche lang bis zum Oktavtag, dem 1. Januar. Und die Weihnachtszeit geht noch bis zum Fest der „Taufe des Herrn“. Aber Weihnachten sollte für uns eigentlich niemals enden. Es soll die Grundlage unseres ganzen Lebens sein und bleiben. Das Wort Gottes, das uns erschaffen hat, das uns belebt und in dem wir vollendet werden. 

Weihnachtspredigt von Diakon Markus am 25. Dezember 2020

Foto:  Żuk

„Das Licht leuchtet in der finsternis“

Hirtenwort von Bischof Wolfgang Ipolt zum 4. Adventssonntag

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

I.

Heute ist der 4. Advent. Das Evangelium dieses Sonntags lenkt unseren Blick auf die Mutter des Herrn, die sich großherzig und gläubig dem Weg Gottes in diese Welt zur Verfügung stellt.
Kurz bevor wir in wenigen Tagen Weihnachten feiern werden – wie in jedem Jahr und doch dieses Mal ganz anders – möchte ich Ihnen allen mit diesem Brief ein Zeichen der Verbundenheit und der Ermutigung senden.

Das Weihnachtsfest in diesem Jahr ist für viele Menschen überschattet von Ängsten, Verunsicherung und Vereinsamung. Es ist nicht möglich, sich zum Fest in größerem Kreis zu treffen. Schon länger sind in dieser Zeit der Pandemie manche Selbstverständlichkeiten des menschlichen Miteinanders, wie zum Beispiel die Begrüßung durch einen Händedruck, bei uns allen der Vorsicht vor Ansteckung und der Sorge um den Nächsten gewichen. Ich gebe zu, dass dies auch für mich ein schwerer Verzicht ist, denn wir sehnen uns nach Berührung der Menschen, die wir lieben und denen wir unser Wohlwollen zeigen wollen. Solche Nähe müssen wir jetzt auf andere Weise zeigen und Ideen entwickeln, wie wir trotz Abstand Gemeinschaft bilden können.

Ich sehe auch zunehmend, dass manche Menschen in lähmender Angst gefangen sind und sich schwer tun, zu Vertrauen und größere Gelassenheit zu finden, was natürlich nicht zu verwechseln ist mit unverantwortlicher Unvorsichtigkeit.

Vieles ist im zurückliegenden Jahr im wahrsten Sinn des Wortes „frag-würdig“ geworden. Papst Franziskus hat es in seinem gerade erschienenen Buch „Wage zu träumen“ so ausgedrückt: „Diese

Krise deckt unsere Verwundbarkeit auf, sie legt die falschen Sicherheiten bloß, auf denen wir unser Leben aufgebaut haben. Es ist eine Zeit der ehrlichen Reflexion, der Besinnung auf unsere Wurzeln.“1 Wir merken doch alle: Auch unser Glaube ist herausgefordert oder gar angefochten in diesen Zeiten der Pandemie, vor allem dann, wenn uns Gewohntes wie am kommenden Weihnachtsfest versagt ist.

Da drängen sich Fragen auf, die nach einer Antwort rufen:
Auf welche Weise ist Gott auch jetzt in der Pandemie gegenwärtig? Was kann er uns in und durch eine solche Erfahrung sagen?
Was bedeutet es, dass wir trotz erheblicher Anstrengungen, die Krankheit derzeit nicht besiegen können?
Wie wichtig ist uns in dieser Zeit die eigene Beziehung zu Gott?
Mit vorschnellen Antworten auf diese Fragen bin ich zurückhaltend, weil Gott eben immer ein Geheimnis bleibt und wir nur tastend und vielleicht erst im Rückblick einmal entdecken, auf welche Weise er uns nahe war und auf welchen Weg er uns geschickt hat.

II.

Aber die Heilige Schrift, das Wort Gottes, kann uns Hinweise geben, wie wir auch in diesem Jahr Weihnachten christlich und vielleicht sogar näher am eigentlichen Kern des Festes feiern können.

Bei der Geburt des Täufers Johannes stimmt sein Vater Zacharias ein Lied an, das „Benedictus“,in dem es am Ende erwartungsvoll heißt: „Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes.“(Lk 1, 78f.) Was der „Schatten des Todes“ sein kann, erleben wir in diesen Wochen und Monaten hautnah – zunächst nur am Fernsehschirm, aber in den letzten Wochen auch in unseren Gemeinden, wenn vor allem ältere Menschen mit Covid 19 gestorben sind.Dennoch: Es gibt das „Licht aus der Höhe“, dass uns in der Finsternis nicht allein lässt. Zacharias sieht schon voller Hoffnung den Messias und Erlöser, dessen Geburtstag wir bald feiern werden. Wie in jedem Jahr werden wir Lichter anzünden in unseren Wohnungen, an der Krippe, in den Kirchen, an den Christbäumen auf den Marktplätzen unserer Städte und Dörfer. Das ist ein Zeichen, dass wir Gott zutrauen, dass er uns tatsächlich in der augenblicklichen Lage besucht als„das aufstrahlende Licht aus der Höhe“, und uns nahe sein will. Darüber dürfen wir uns an Weihnachten aus ganzem Herzen freuen.

Ein anderes Wort der Bibel aus dem Buch Ijob ist mir in den letzten Wochen zur Wegweisung geworden. Als Ijob mit einer schweren Krankheit geschlagen wird und vom Aussatz gezeichnet seine Gesundheit verliert, will seine Frau an Gott verzweifeln und auch ihrem Mann die Frömmigkeit ausreden. Darauf antwortet Ijob mit einer einfachen Frage: „Nehmen wir das Gute an von Gott, sollen wir dann nicht auch das Böse annehmen?“(Ijob 2,10) So kann nur jemand antworten, der immer unter der Vorsehung Gottes lebt und sich ihm verdankt weiß. In einer Zeit der Gottvergessenheit ist das nicht selbstverständlich, das weiß ich wohl. Viele meinen, dass das Leid unvereinbar sei mit dem Glauben an Gott und sie verlieren im Leid den Glauben oder zweifeln an Gottes Güte.

Weihnachten will uns zeigen, dass Gott gerade nicht Abstand („social distancing“) zu uns und zu dieser von der Pandemie geplagten Welt halten will, sondern wirklich Mensch wird und in Freud und Leid bei uns sein will. Gott zeigt sich in beiden Wirklichkeiten – im Glück und auch im Leiden. Wir glauben nicht an einen Gott, der alle unsere Wünsche erfüllt – dann wäre er nur eine Marionette unserer Vorstellungen. Gerade die letzen Monate haben uns gezeigt, dass Gott manche unserer Erwartungen durchkreuzt, dass Selbstverständlichkeiten in Frage gestellt werden und dass das Leben zerbrechlich ist. Wir brauchen darum jetzt die Gelassenheit und das Vertrauen eines Ijob, der sagen kann: „Nehmen wir das Gute an von Gott, sollen wir dann nicht auch das Böse annehmen?“

III.

Liebe Schwestern und Brüder,
nach diesem Blick in die Heilige Schrift möchte ich Ihnen am heutigen Sonntag für das besondere Weihnachtsfest, vor dem wir stehen, einige ganz konkrete Empfehlungen geben, mit denen Sie trotz aller Einschränkungen den kommenden Tagen ein christliches Profil geben können. Vielleicht kann ja dadurch sogar etwas wachsen, was wir auch in der Zukunft weiter pflegen können.

1. In unseren Gottesdiensten werden wir in diesem Jahr aus bekannten Gründen die beliebten Weihnachtslieder nicht singen können. Darum meine erste Empfehlung: Singen Sie zu Hause im Kreis Ihrer Familie aus ganzem Herzen die Lieder, die von der Freude über die Geburt Christi erzählen. Für manchen wird das ungewohnt sein, im kleinen Kreis ein Lied anzustimmen. Sie können dabei die Erfahrung machen: „Wer singt, betet doppelt“, wie es der heilige Augustinus einmal ausgedrückt hat. Was früheren Generationen selbstverständlich war – zu Hause zu singen und zu musizieren – dazu kann uns die Corona-Zeit ermutigen.

2. Manch einem wird das übliche Krippenspiel am Heiligen Abend fehlen, andere vermissen das festliche Hochamt mit dem Kirchenchor. Nicht alle können in diesem Jahr an einem Gottesdienst teilnehmen. Aber Weihnachten darf nicht vorbei gehen ohne den Blick auf das eigentliche Geheimnis dieses Festes. Darum meine zweite Empfehlung: Halten Sie mit Ihren Familienangehörigen selbst am Heiligen Abend vor der Bescherung eine kleine Hausandacht an der Krippe in Ihrer Wohnung. Unser Gesangbuch „Gotteslob“ hat dafür unter der Nr. 26 einen schönen Vorschlag, den man dafür nutzen kann.

3. Meine dritte Empfehlung lautet: Ahmen Sie ein wenig das nach, was Gott tut: Er baut eine Brücke zu uns Menschen indem er selbst Mensch wird. Vergessen Sie darum an den Festtagen besonders ältere und kranke Menschen aus der Gemeinde nicht! Denken Sie an die Verwandten, die gern bei Ihnen wären aber wegen der Pandemie nicht eingeladen werden können oder die man nicht besuchen kann. Ein Telefonanruf – heute ja sogar schon mit Video möglich – baut eine solche Brücke von Mensch zu Mensch. Man kann sogar am Telefon zusammen beten oder singen – viele haben das schon probiert. Weihnachten lehrt uns, die Brücken zum Nächsten in dieser schwierigen Zeit zu festigen und nicht abreißen zu lassen. Wenn es in Ihrer Pfarrei ein Pflegeheim oder ein Krankenhaus gibt, kann es ein schönes Zeichen sein, dem Personal einen Weihnachtsgruß zu bringen als Dank für dessen aufopferungsvollen Dienst in dieser Zeit.

Liebe Schwestern und Brüder,
lassen Sie uns jetzt zuversichtlich auf Weihnachten zugehen. Auch in diesem Jahr können wir uns darüber freuen, dass wir an einen Gott glauben, der uns nicht im Stich lässt, sondern hinabgestiegen ist in unsere menschliche Armseligkeit. Ich bin sicher, dass er uns auch durch diese Krisenzeit führen wird. Darum lasst uns ein frohes Zeugnis für das Leben und für die Freude geben inmitten einer sterblichen Welt, die wir in der Pandemie jetzt existentiell erfahren.

Von solcher Zuversicht spricht eindrucksvoll das bekannte Gedicht des evangelischen Theologen und Märtyrers Dietrich Bonhoeffer:
Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

In dieser Zuversicht segne und begleite euch durch die kommenden Festtage hinüber in das neue Jahr der allmächtige Gott, der Vater + und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Euer Bischof

Foto: Screenshot Bistum Görlitz

Gottesdienste zu Weihnachten und zum Jahreswechsel

Donnerstag, 24. Dezember, Heiliger Abend
16.00 Uhr Krippenandacht, Pfarrkirche
20.45 Uhr musikalische Einstimmung
21.00 Uhr Christmette, Pfarrkirche

Freitag, 25. Dezember, Hochfest der Geburt des Herrn
09.30 Uhr Hl. Messe, Pfarrkirche

Samstag, 26. Dezember, Hl. Stephanus
09.30 Uhr Hl. Messe, Pfarrkirche

Sonntag, 27. Dezember, Fest der Heiligen Familie
09.30 Uhr Heilige Messe, Pfarrkirche

Donnerstag, 31. Dezember, Hl. Silvester
17.00 Uhr Jahresschlussmesse, Pfarrkirche

Freitag, 1. Januar 2021, Hochfest der Gottesmutter Maria
17.00 Uhr Hl. Messe, Pfarrkirche

Papst ruft Josefsjahr aus

Zur Erinnerung an die Erhebung des hl. Josef zum Patron der Kirche durch Papst Pius IX. vor genau 150 Jahren hat Papst Franziskus ein „Jahr des heiligen Josef“ ausgerufen! Der Papst veröffentlichte am 8. Dezember ein neues Apostolisches Schreiben mit dem Titel „Patris corde“. Darin empfiehlt er den Katholiken den heiligen Josef als besonderes Vorbild – und widmet dem Ziehvater Jesu ein ganzes Jahr.

Hier gibt es einen ausführlichen Bericht dazu: Papst ruft „Jahr des heiligen Josef“ aus: Vorbild für Väter und Helden – katholisch.de
Hier gibt es das Apostolische Schreiben in deutscher Übersetzung zum Nachlesen: Apostolisches Schreiben Patris corde zum 150. Jahrestag der Erhebung des hl. Josef zum Schutzpatron der ganzen Kirche (8. Dezember 2020) | Franziskus (vatican.va)

Gemeinsam mit dem Apostolischen Schreiben „Patris corde” veröffentlichte der Vatikan auch ein Dekret der Apostolischen Pönitentiarie, welches das „Jahr des heiligen Josefs“ ankündigt – und verbunden damit die Gewährung besonderer Ablässe.
Die Bedingungen dafür sind hier nachzulesen: Vatikan gewährt zum Josefsjahr besondere Ablässe – Vatican News

Foto: Catholic Exchange

Besuch vom heiligen Nikolaus

Im Anschluss an die Heilige Messe am 2. Adventssonntag war der heilige Nikolaus bei uns zu Besuch! Er verteilte seine Geschenke an unsere Kinder und an jung Gebliebene.

Um den beliebten Heiligen ranken sich zahlreiche Legenden. Er selbst ist aber keineswegs eine Märchengestalt! Der heilige Nikolaus lebte Ende des 3. bis Mitte des 4. Jahrhunderts und war Bischof von Myra in Kleinasien, der heutigen Türkei. Damals gehörte das Gebiet zum Oströmischen (Byzantinischen) Reich und seine Bewohner sprachen Griechisch.

Bischof Nikolaus war nachweislich Teilnehmer des so wichtigen Konzils von Nicaea im Jahre 325. Überliefert ist, wie er kämpferisch gegen die falsche Lehre des Arianismus vorging. Angeblich hat er sogar deren Verfechter Arius während des Konzils geohrfeigt! Auch mit seinem Freund Bischof Theognis von Nicaea, der den Auffassungen des Arius zuneigte, führte Nikolaus heftige Diskussionen. Schlussendlich gehörte Theognis zu den Unterzeichnern des Bekenntnisses von Nicäa. „Lassen wir über unserem Zorn die Sonne nicht untergehen„, zitiert später Andreas von Kreta den Vermittler Nikolaus.

Fotos: Riccabona

Pfarrer „Willi“ Grimm verstorben

Bild: Pfarrer i.R. Karl-Heinz „Willi“ Grimm im Gespräch mit Pfarrer Roland Elsner (Foto: Raphael Schmidt)

Christus, der den Tod überwunden hat, rief am 24.11.2020, dem Gedenktag der Märtyrer Andreas Dung-Lac und Gefährten, seinen treuen Diener Pfarrer i. R. Karl-Heinz Grimm im Alter von 81 Jahren und im 54. Jahr seines Priestertums in sein ewiges Reich.

Karl-Heinz Grimm wurde am 21. Mai 1939 in Guben geboren. Nach der Grundschulzeit in Guben lernte er Maschinenschlosser und beendete die Lehre 1956 mit der Facharbeiterprüfung. In Görlitz besuchte er das Katechetenseminar. In dieser Zeit verstärkte sich sein Wunsch, der Kirche als Priester zu dienen. So ging Karl-Heinz Grimm 1957 nach Magdeburg ins Norbertinum, legte dort die Abiturprüfung ab und begann im Wintersemester 1961 das Theologiestudium in Erfurt. Nach seiner Priesterweihe am 25. Juni 1967 in Neuzelle trat er seinen priesterlichen Dienst zunächst als Vertretung in Peitz und in Welzow an, bevor er von 1968 bis 1973 in Senftenberg als Kaplan tätig wurde.

Neben seiner priesterlichen Berufung engagierte sich der junge Priester im „Werk Mariens“ (Fokolarbewegung). Zur Vertiefung dieser Spiritualität wurde er für ein zweijähriges Noviziat in Berlin und Erfurt von 1973 bis 1975 freigestellt. Im Anschluss daran trat Karl-Heinz Grimm wieder in den diözesanen Dienst und wurde für ein Jahr Kaplan in Weißwasser. Danach wechselte er nach Hoyerswerda, wo er bis 1989 als Kaplan wirkte, jedoch 1978 den Titel Pfarrer erhielt. 1989 wurde Karl-Heinz Grimm zum Pfarrer der Pfarrei Heilig Kreuz in Görlitz ernannt. Ein wichtiges Anliegen war ihm, das Miteinander zwischen den deutschen und polnischen Gläubigen zu fördern.

Aufgrund seines angegriffenen Gesundheitszustandes entband ihn Bischof Rudolf Müller 2001 von seinem Amt als Pfarrer der Pfarrei Heilig Kreuz in Görlitz und übertrug ihm die Pfarrei Döbern als Pfarradministrator. 2013 wurde er in den Altersruhestand verabschiedet und lebte nun im Begegnungszentrum der Fokolarbewegung in Zwochau. Hier stellte sich Pfr. Grimm weiterhin als Seelsorger zur Verfügung.

„Willi Grimm“ – wie ihn fast jeder nannte und er in der Regel auch seine Briefe unterschrieb, war kontaktfreudig und hatte ein Herz für die Zukurzgekommenen. Stets war ihm wichtig, Gottes Gebote nicht nur zu predigen, sondern durch das eigene Vorbild anderen Menschen ein Beispiel in der Nachfolge Christi zu geben.

Wir danken Pfarrer Grimm für seinen treuen Dienst im Weinberg des Herrn. Wir bitten um das Gebet für den Verstorbenen.

Requiescat in pace

Görlitz, 26.11.2020

Für das Bistum: Dr. Alfred Hoffmann, Generalvikar

Für das Werk Mariens : Benno Schäffel, Domkapitular

Für die Angehörigen: Ursula Kruppa, Peter  Grimm, Geschwister

Roratemessen im Advent

Im Advent findet an jedem Freitag um 18.30 Uhr eine Roratemesse in der Pfarrkirche statt. Die Termine sind der 4. Dezember, der 11. Dezember und der 18. Dezember. Bitte Laterne oder Windlicht mit Kerze mitbringen!

Das Wort „Rorate“ bildet den Anfang einer Antiphon in der katholischen Liturgie. Der Text dieser Antiphon lautet: „Rorate caeli desuper, et nubes pluant iustum: aperiatur terra, et germinet Salvatorem.“ („Tauet Himmel, von oben, ihr Wolken, regnet den Gerechten: Es öffne sich die Erde und sprosse den Heiland hervor.“) Es handelt sich hier um einen Vers aus dem alttestamentlichen Buch Jesaja (Jes 45,8). In der Adventszeit gibt es an den Werktagen Votivmessen zu Ehren der Gottesmutter Maria, deren Introitusantiphon (Eröffnungsgesang) eben jenen Vers beinhaltet, und die deshalb als Rorate-Messen bezeichnet werden. Diese werden nach altem Brauch nur bei Kerzenschein gefeiert und bringen in besonderer Weise die Sehnsucht nach der Ankunft Gottes in der Welt zum Ausdruck.

Foto: Żuk