Aktueller Gemeindebote „Angelus“

Den neuen Gemeindeboten „Angelus“ für die Monate Juli bis September 2021 gibt es hier zum Herunterladen. Die Kolumne „diakonal“ der 9. Ausgabe des „‚Angelus“ können Sie hier im Folgenden lesen:

Die Wahrheit …

„Und bewahre uns vor Verwirrung und Sünde“, so betet der Zelebrant im sogenannten Embolismus (griechisch: Einschub) des Vaterunsers. Diese Bitte um Bewahrung vor Verwirrung ist in dieser Zeit besonders aktuell und notwendig.

Denn wenn wir uns umhören, wenn wir die Zeitungen lesen, die Tagesschau sehen, die „sozialen“ Medien durchstöbern: Wem sollen wir glauben? Was stimmt denn davon wirklich? Was ist die Wahrheit?

Wer keine sichere Richtschnur, keinen festen Halt unter den Füßen hat, nicht weiß in welche Richtung er seinen Blick in die Zukunft wenden soll, der ist in dieser Zeit der Desinformation und Manipulation heillos überfordert – wenn nicht verloren.

… ist eine Person!

Doch wir als Christen haben genau das: die Richtschnur, den Halt und die Orientierung. Denn wir kennen die Wahrheit! Jesus sagte von sich selbst: „Ich bin der Weg, die WAHRHEIT und das Leben.“

Als Pilatus Jesus fragte: „Was ist Wahrheit?“, da schwieg dieser. Denn die Wahrheit selbst stand vor dem Statthalter.

Die Wahrheit ist keine Lehre, keine Doktrin, schon gar keine Zeitungsmeldung. Die Wahrheit ist eine Person! Und diese Person heißt Jesus Christus. Wir dürfen ihn kennen. Wir dürfen die Wahrheit kennen und erkennen. Und nur die Wahrheit, nämlich Jesus Christus, macht uns frei!

Diakon Markus

Dreifaltigkeit heißt Liebe

An diesem Sonntag feiern wir den Dreifaltigkeitssonntag und das Patrozinium unserer Pfarrei St. Trinitas. So rückt das vielleicht größte und zugleich schwierigste Glaubensgeheimnis der Christenheit an diesem Tag in den Mittelpunkt. Sogar einer der größten Theologen der Gegenwart, Josef Ratzinger – Papst Benedikt XVI., schreibt in seinem Werk „Einführung in das Christentum“, dass alles Reden und Schreiben über die Trinität nur „armseliges Gestammel“ sein kann.

Gott ist immer größer. Wir können als Geschöpfe nicht Gott, den Schöpfer, begreifen, ja nicht einmal denken. So schreibt auch Dionysius Areopagita, der Begründer der christlichen Mystik, am Ende des 5. Jahrhunderts, dass die Geheimnisse Gottes in seinem Schweigen und Dunkel unenthüllbar bleiben.

Die Frage ist, was können wir denn überhaupt von Gott wissen, was nicht aus unseren eigenen, armseligen, völlig begrenzten Ideen und Überlegungen kommt? Hat nicht Ludwig Feuerbach recht, wenn er sagt, dass Gott nur eine Projektion der Wünsche und Vorstellungen des Menschen ist?

Der große Unterschied zwischen Christentum und Judentum einerseits und allen anderen Religionen und Philosophien andererseits ist: Wir glauben zwar auch, dass Gott von uns aus nicht erreichbar, nicht erkennbar, nicht einmal denkbar ist – dass er aber von sich aus erkannt werden will! Gott will sich uns zeigen, Gott will dass wir ihn kennenlernen können. Von Anfang an ist Gott zum Menschen unterwegs, um eine Gemeinschaft mit ihm zu bilden. Der Bund mit Gott ist der tiefe Sinn aller Schöpfung!

Um jetzt einen Ritt durch die gesamte Heils- und Offenbarungsgeschichte zu machen, ist hier nicht der Ort. Deswegen komme ich gleich zum Höhepunkt und Abschluss:
In Jesus Christus hat sich Gott schließlich unüberbietbar geoffenbart, sich den Menschen so gezeigt, wie ER will, dass wir ihn kennen: als die Liebe selbst!

Um mit den Menschen zu sein, um eine Liebesbeziehung mit uns einzugehen, ist er selbst Mensch geworden und doch auch ganz Gott geblieben. „Wer mich sieht, hat den Vater gesehen“, sagt Jesus. In ihm und an ihm können wir anfangen zu erkennen, wer und wie Gott wirklich ist. Er hat sich selbst entäußert, wie es im Philipperbrief heißt. Das heißt, er hat auf seine Göttlichkeit verzichtet. Das heißt, er hat, um uns zu begegnen, auf sich selbst verzichtet. Bis zum Kreuz.

Durch den Sohn haben wir den Vater erkannt, und er hat uns auch den Heiligen Geist gesandt. Er hat uns geoffenbart, dass Gott, der EINE, in sich drei Personen ist, die Fülle selbst. 

Wenn Gott DIE Liebe ist, dann muss er in sich, in seinem innersten Wesen Liebe sein und lieben. Und wenn Er, der ohne Anfang und Ende ist, schon Liebe ist bevor die Welt ist, ja wenn die Schöpfung ursächlich aus Seiner Liebe hervorgeht – dann muss diese anfangs- und endlose Liebe in Ihm selbst lebendig sein. Liebe ist aber Beziehung. Die höchste Form von Beziehung. Und genau das heißt – vereinfacht ausgedrückt – Dreifaltigkeit: dass Gott in sich Beziehung ist.

So sind auch die Bezeichnungen „Vater“ und „Sohn“ keine Geschlechtsbezeichnungen, sondern Beziehungswörter: Der Vater liebt den Sohn, und der Sohn liebt den Vater. Der Vater schenkt sich ganz dem Sohn, und der Sohn schenkt sich ganz zurück. So sagt Jesus im heutigen Evangelium: „Alles, was der Vater hat, ist mein.“ Gott ist in diesem Sinne nicht statisch, sondern in sich dynamische Beziehung. Und diese Beziehung zwischen Vater und Sohn, diese Hingabe zwischen dem Schöpfer und Seinem Wort, diese LIEBE – das ist der Heilige Geist.

Der Heilige Geist ist Beziehung, er ist die Liebe und das Leben Gottes selbst. Er ist Gott und so ist er auch Person. Deswegen hat uns Jesus, der Sohn, durch die Sendung des Heiligen Geistes mit hineingenommen in eben diese Liebesbeziehung mit Seinem Vater. So heißt es heute in der Lesung aus dem Römerbrief: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“

Wir sind DURCH Jesus und IM Heiligen Geist auch zu Töchtern und Söhnen Gottes geworden und damit zu Erben.

Diakon Markus

Bild: Ikone von Andrej Rubljew (Ausschnitt)

Patrozinium mit Firmung und Weihe des neuen Ambos

Zum Patrozinium unserer Pfarrkirche „Maria Mutter der Christenheit“ am Pfingstmontag feierte Bischof Wolfgang Ipolt mit uns ein Pontifikalamt. In dessen Rahmen firmte unser Diözesanbischof 15 Jugendliche und junge Erwachsene, weihte den neuen Ambo und beauftragte unsere 10 Lektoren für ihren liturgischen Dienst.

Begrüßung durch Pfarrer Artur Żuk:

Weihe des neuen Ambos:

Beauftragung der Lektoren (v.r.n.l.): Sebastian Bielak, Margarete Emmer, Bernadett Kruppa, Lidia Nawrocka, Gisela Plonka, Johannes Ringelhann, Kathrin Skoczikloda, Hans Türk, Barbara Wilke und Martin Wilke.

Herabrufung des Heiligen Geistes auf die Firmlinge:

Salbung mit Chrisam: „Sei besiegelt mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist!“ – „Amen.“ – „Der Friede sei mit dir.“

Eucharistiefeier:

Bischof Wolfgang Ipolt, Pfarrer Artur Żuk und die 15 neu Gefirmten:

Fotos: Pfarrei Guben

Renovabis Pfingstaktion

Mit dem Leitwort „DU erneuerst das Angesicht der Erde. Ost und West in gemeinsamer Verantwortung für die Schöpfung“ nimmt Renovabis für die Pfingstaktion 2021 die ökologischen Herausforderungen und damit unsere christliche Verantwortung für die Schöpfung in den Blick.

Die Pfingstaktion 2021 nimmt eine global drängende Thematik in den Blick: die ökologischen Herausforderungen unserer Zeit und damit unsere christliche Verantwortung für die Schöpfung. Alle Menschen wollen und sollen auf dieser Erde gut leben können. Eine Voraussetzung hierfür ist – neben vielen anderen –, dass wir den Reichtum und die Verletzlichkeit unserer Schöpfung erkennen und dass wir uns für die Bewahrung der Schöpfung verantwortlich fühlen. Diese Denkweise ist Renovabis mit seinem namensgebenden Psalm 104 ins Stammbuch geschrieben: „Du erneuerst das Angesicht der Erde“. Für das Kampagnen- und Jahresleitwort 2021 haben wir hinzugefügt: „Ost und West in gemeinsamer Verantwortung für die Schöpfung“.

weitere Inormationen

online Spenden

Foto: Renovabis/Borislav Chepichev

Werft die Netze aus!

Am 24. und 25. April 2021 findet bereits zum dritten Mal die 24-Stunden-Gebetsaktion zum Weltgebetstag für geistliche Berufungen statt, eine Gebetsinitiative unter dem Motto „Werft die Netze aus“. Das Projekt ist so angelegt, dass man sowohl gemeinschaftlich in einer Kirche wie auch zu Hause in der Familie oder allein beten kann.

Weitere Informationen und die Möglichkeit, aktiv mitzumachen, finden Sie auf folgender Homepage: Werft die Netze aus

Wir dokumentieren hier die Botschaft des Papstes zum 58. Weltgebetstag um Geistliche Berufungen in vollem Wortlaut und in der offiziellen deutschen Übersetzung: Der heilige Josef – der Traum der Berufung

Das 24-Stunden-Gebet steht unter dem Leitwort „Werft die Netze aus“. Es erinnert daran, wie Jesus Petrus und seine Gefährten auffordert, das Netz nach einer erfolglosen Nacht des Fischfangs abermals auszuwerfen (vgl. Lk 5,5). Der Weltgebetstag für geistliche Berufungen wurde 1964 von Papst Paul VI. eingeführt.

Foto: Zentrum für Berufungspastoral

Corona-Gedenken am 18. April

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat für den kommenden Sonntag, den 18. April, eingeladen, der im Zusammenhang mit der Pandemie Verstorbenen zu gedenken. Inzwischen sind fast 80.000 Todesfälle in Deutschland gemeldet worden. „Es ist ein Ausdruck der Menschenwürde und der Achtung, dass wir die bisherigen Opfer der Corona-Pandemie nicht vergessen“, sagt Bischof Wolfgang Ipolt.

Unter dem Motto „Zeit der Klage – Raum für Hoffnung“ nehmen die katholisch den und evangelischen Kirchen das Anliegen des Corona-Gedenkens in den Gottesdiensten an diesem Sonntag liturgisch auf. Wir beten nicht nur für die Verstorbenen, sondern denken auch an alle anderen Opfer und Geschädigten der Pandemie und der getroffenen Maßnahmen.

Jesus Christus, du bist gekommen, um den Menschen Licht, Heil und Trost zu schenken. Zu dir dürfen wir mit unseren Anliegen kommen:

Wir beten für alle, die unter der Corona-Pandemie leiden:
Für alle am Corona-Virus Erkrankten, die im Krankenhaus sind und für alle in Quarantäne.

Für die Berufstätigen, die unsicher sind, wie es weitergeht.
Für Arbeitgeber und Selbständige, deren Existenz in Gefahr gerät.
Für alle, die voller Angst sind und sich bedroht fühlen.

Wir beten für die vielen Menschen, die unermüdlich im Einsatz sind:
Für alle, die sich in Arztpraxen und Krankenhäusern um das Wohl der Patienten und Patientinnen kümmern.

Für alle, die sich jetzt im Alltag und in der Freizeit anders verhalten müssen als sonst.
Und für alle Verantwortlichen, die für das Land und für Europa wichtige Entscheidung treffen müssen.

Für die Frauen und Männer, die im Lebensmittelhandel und in Apotheken arbeiten, um die Grundversorgung aller gewährleisten zu können.
Für alle in den Laboren, die unter Hochdruck Tests auswerten und weiterhin nach Medikamenten und Impfstoffen forschen.

Wir beten für alle Christen und Christinnen, die in dieser besonderen Zeit herausgefordert sind; und für die Seelsorgerinnen und Seelsorger, die neue Formen entwickeln, wie Menschen ihren Glauben miteinander teilen.

Für die Gläubigen, denen die Gottesdienstgemeinschaft fehlt.
Für alle, die einander beistehen und sich ermutigen.

Wir beten für alle, die an den Folgen einer Corona-Infektion verstorben sind. In Stille nennen wir dir die Namen derer, die uns besonders am Herzen liegen.

Jesus Christus, Du schenkst uns Dein Heil und Deinen Beistand gerade auch in diesen schweren Zeiten. Dafür danken wir Dir und preisen Dich mit Gott, dem Vater und dem Heiligen Geist heute, alle Tage unseres Lebens und in Ewigkeit. Amen.

PARADOXON – O FELIX CULPA!

Am Höhepunkt des Kirchenjahres, am Anfang der Osternacht, direkt nach der Segnung des Feuers und der Osterkerze singt, ja ruft die Kirche aus der ganzen Kraft eines der größten Paradoxa des Christentums aus: „O FELIX CULPA!“ – „O GLÜCKLICHE SCHULD!“ – welch einen Erlöser hast du gefunden… 

Dieser mächtige Ruf, der ganze Welten aus den Angeln zu heben vermag, steht im Exsultet (Osterlob), dem schönsten Lobpreisgesang, der in der Osternacht feierlich erklingt. Es stammt von dem Geistesriesen Augustinus. Für denjenigen, der es versteht, ist es ein Zauberwort, das Schwarz in Weiß, Dunkelheit in Licht, Tod in Leben zu verwandeln vermag. Es ist imstande, aus der Jammergestalt eines „erbsündlichen Menschen“ einen wahren österlichen Menschen zu bilden. Wenn alle, die Christi Namen zu tragen wagen, dieses kurze Wort beherzigten, wäre vernichtet das – ja man könnte es nennen – „Anti-Wort“ des Atheisten und Christenspötters Friedrich Nietzsche: „O dass doch die Erlösten erlöster aussähen!“ Ja, dieses Zentralwort der Ostervigil vermag aus uns wahrhaft erlöste, österliche Menschen, „lebend für Gott in Christus Jesus“ (Röm 6,11), zu formen. Die Gnade des Erlöst-Seins ist das Wesentlichste im Leben der Erdgeborenen. Das Paradoxon „o glückliche Schuld“ besingt am markantesten das Glück, das bei aller Sünde, Bosheit und Schuld zu uns kommt. 

Jeder Mensch, der in der österlichen Bußzeit seine Seele sakramental in der heilige Beichte durch die Gnade Gottes reinigen und befreien ließ, genießt in vollen Zügen dieses enorme Glück… Menschen, die es noch nicht getan haben, können es noch tun, denn die Osterbeichte kann bis Pfingsten abgelegt werden.

Die Kirche sprudelt über vor lauter Freude über den Erlöser und möchte alle mitreißen in diesen Jubel hinein: „Dies ist die Nacht, in der Christus die Bande des Todes zerriss und siegreich vom Grabe erstand. … O wunderbare Herablassung Deiner Güte zu uns! O unschätzbarer Erweis der Liebe: Um loszukaufen den Knecht (Sünder), gabst Du hin den Sohn. Ja, wahrlich geschehen musste die Sünde Adams, dass Christi Sterben sie sühne! O glückliche Schuld, gewürdigt eines Erlösers, so hehr und erhaben!“

Welcher Denker, welcher Philosoph, welcher Politiker, welcher Weltverbesserer könnte es wagen, solche Worte hervorzubringen? Welche Religion könnte sich einen solchen Lobpreis „leisten“? Das kann nur eine göttliche, nein, DIE GÖTTLICHE, DIE EINZIG WAHRE!!!

Wir können uns also glücklich heißen, als Angehörige der einzig wahren Religion, die ein Erlöser in seinem Blut begründet hat, das er für uns alle, als Sühne, vergossen hat. So ein wirksames und heiligmachendes Werk hat kein anderer „Religionsstifter“ vollbracht. Erfreuen wir uns in den Ostertagen am Sieg Jesu Christi und genießen die göttlichen Paradoxa: das Licht in der Dunkelheit, den Mut in der Entmutigung, die Freude in der Trauer, die Motivation in den Ängsten und vor allem das LEBEN im Sterben! All das schenkt uns Gott in Strömen durch seinen Sohn im Heiligen Geist schon heute und in den kommenden Tagen. Verschmähen wir es nicht durch unsere Verschlossenheit und Vorurteile… Verflachen wir es nicht durch unsere minimalistischen Gewohnheiten… Öffnen wir ganz neu unsere Herzen… Lassen wir uns durch Gott füllen… Erlauben wir Gott, dass seine Paradoxa in unserem Leben geschehen…

Gesegnetes Osterfest!

Ihr/Euer Pfarrer Artur Żuk

Foto: Lars Lehmann

Karwoche: bei Jesus bleiben

Feierliche Einzüge von Herrschern und andern wichtigen Persönlichkeiten in eine Stadt waren in der römischen Welt ein Mittel der Machtdemonstration und der politischen Propaganda. Sie folgten einem mehr oder weniger festen Ritual. Hoch zu Ross, umgeben von seinen Offizieren, Magistraten und Soldaten traf der Erwartete vor dem Stadttor ein. Dort wurde er von den Behörden und von Vertretern der Oberschicht feierlich empfangen und unter dem Jubel der Bevölkerung in die Stadt geleitet. Hymnische Akklamationen und Jubelrufe gehörten zu diesem Ritual ebenso wie das Ausbreiten von Kleidern und Zweigen vor den Füßen des Geehrten.

Genauso wird Jesus in Jerusalem empfangen, wie ein König. Die Erwartungen, dass das Königtum Davids durch den verheißenen Messias wieder hergestellt wird waren groß. Doch einige Punkte passen nicht ganz in das Bild und erzeugen eine ganz andere Stimmung. Die Passion Christi und sein Kreuzestod liegen bereits in der Luft, kündigen sich an.

Jesus kommt zuerst zum Ölberg und schickt von dort seine Jünger aus. Nur ein paar Tage später wird der Ölberg der Ort seiner schlimmsten Seelenqualen und des Verrats sein. Die Beschaffung des Reittieres Jesu erinnert an das königliche Recht auf Requirierung. Aber Jesus reitet nicht wie ein König auf einem Pferd, auf einem mächtigen Schlachtross, sondern auf einem Esel. Damit geht das Wort des Propheten Sacharia in Erfüllung, der sagt: „Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin.“ Doch was für ein König wird Jesus sein? 

Das Volk jubelt: „Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt.“ Die Frage ist: Was erwarten sie denn? Einen starken Befreier, der das Joch der Römer abschüttelt. Einen Messias, der allen Hunger und alles Leid beendet und dem Volk Israel zu seinem Recht verhilft.
Seien wir ehrlich: Würden wir uns das nicht auch oft wünschen – einen Messias, einen von Gott gesandten König, der einmal so ordentlich dreinschlägt und mit einem Mal allen Hunger, alles Leid, alle Ungerechtigkeiten, alle Kriege auf Erden beendet?

Doch wie Jesus dann vor Pilatus sagt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Gottes Plan der endgültigen Befreiung sieht anders aus: Er geht über das Kreuz. Und genau dahin führt Jesu Weg. Die Menschenmassen, die im heute zujubeln, verlangen ein paar Tage später seinen Tod. Und die Jünger, die letzten die geblieben sind? Sie werden davonlaufen und ihn verleugnen. – Wo werden wir sein? 

Ich möchte anregen, dass wir bei Jesus bleiben. Und zwar ganz konkret: Machen wir in der kommenden Karwoche Exerzitien, geistliche Übungen, Exerzitien im Alltag: Gehen wir in den nächsten Tagen bis Ostern mit Jesus mit, ganz bewusst.
Wenn eine schwierige Situation kommt – laufen wir nicht davon. Bleiben wir mit Jesus dabei.
Wenn wir beleidigt oder verletzt werden, schlagen wir nicht zurück. Bleiben wir bei Jesus.
Was auch immer geschieht in den Tagen der Karwoche, in jeder Stunde, in jeder Minute: Erleben wir es als Mitgehen mit Jesus.
Dann werden wir am Karfreitag nicht weit weg von ihm sein, sondern mit Maria unter dem Kreuz stehen und unseren König sehen, wie er den endgültigen Sieg errungen und uns für immer befreit hat.

Diakon Markus

Bild: Einzug Jesu in Jerusalem auf einem Esel. Fresko in der Höhlenkirche ds Benediktinerklosters Sacro Speco im italienischen Subiaco. (Foto: Markus Nolte)

Bischof eröffnet Familienjahr in Guben

Bischof Wolfgang Ipolt eröffnete am 19. März das von Papst Franziskus ausgerufene „Jahr der Familie“ in unserer Gubener Pfarrkirche. Zu Beginn hielt der Bischof von Görlitz eine Katechese für Familien, wobei er auch Kinder und Jugendliche in das Gespräch einband. Nach dem Kreuzweg mit Diakon Markus feierte er mit der Gemeinde ein Pontifikalamt zum Hochfest des heiligen Josef.

In seiner Predigt in der Messfeier hat der Bischof insbesondere auf das Apostolische Schreiben „Amoris laetitia“ aufmerksam gemacht und die Gläubigen eingeladen, sich fünf Jahre nach dem Erscheinen dieses Apostolischen Schreibens erneut mit seinem Inhalt zu beschäftigen. Die Gläubigen sollen die Aufmerksamkeit auf die sakramentale Wirklichkeit der Ehe richten und sie in den Mittelpunkt der Katechese in den Gemeinden stellen.

Die Aufzeichnung des Livestreams von Katechese, Kreuzweg und hl. Messe gibt es hier anzusehen.

Foto: Riccabona
Foto: Riccabona
Foto: Meiert
Foto: Meiert

Neuer „Angelus“ April – Juni

Die aktuelle Ausgabe des Gemeindeboten „Angelus“ ist erschienen und kann hier heruntergeladen werden. Da es in den letzten Monaten bedingt durch die Corona-Beschränkungen viel weniger Ereignisse und damit auch Fotos gegeben hat als sonst, hat der „Angelus“ diesmal leider nur vier Seiten. Wir hoffen, dass sich das bald wieder ändern wird! Auch alle Termine sind wieder unter dem Vorbehalt von weiter andauernden oder neuen Beschränkungen veröffentlicht. Daher bitte immer auch auf die ausgehängten Wochenkalender und auf die Vermeldungen achten, danke!

Die Kolumne „diakonal“ gibt es hier vorab zum Lesen:

Es wird schlimmer …

Alle Befürchtungen, die wir vor einem Jahr im ersten Lockdown, nach einem Osterfest ohne öffentliche Gottesdienste, hatten – diese Befürchtungen wurden alle übertroffen. Alle Hoffnungen, die wir hatten, dass alles bald vorbei und ein normales Leben wieder möglich sein wird, wurden enttäuscht.

Und es wird noch schlimmer. Die Milliarden an „Luftgeld“, die weltweit in die kaputt gemachte Wirtschaft gepumpt werden, müssen irgendwann zurückgezahlt werden. Eine Wirtschafts- und Finanzkrise wird wohl noch folgen. Millionen an zerstörten Existenzen, Jahrgänge mit Bildungsdefiziten, psychische Erkrankungen und so weiter: Die gesellschaftlichen Langzeitfolgen sind noch gar nicht absehbar.

Es sieht düster aus. – Doch tut es das wirklich?

Es wird besser!

Wer nur diese materielle Welt kennt und nur auf das Sicht- und Greifbare baut, muss wirklich verzweifeln. Denn, „wenn nicht der HERR das Haus baut, mühen sich umsonst, die daran bauen.“ Darum wollen wir ganz auf den bauen und auf den vertrauen, der uns verheißen hat: „Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ 

Mögen die Mächtigen dieser Welt den „Great Reset“ planen. Unser „Großer Neustart“ liegt in der Auferstehung Jesu Christi, die die ganze Schöpfung von innen her erneuert hat! Halleluja! 

Diakon Markus