Pfarrer „Willi“ Grimm verstorben

Bild: Pfarrer i.R. Karl-Heinz „Willi“ Grimm im Gespräch mit Pfarrer Roland Elsner (Foto: Raphael Schmidt)

Christus, der den Tod überwunden hat, rief am 24.11.2020, dem Gedenktag der Märtyrer Andreas Dung-Lac und Gefährten, seinen treuen Diener Pfarrer i. R. Karl-Heinz Grimm im Alter von 81 Jahren und im 54. Jahr seines Priestertums in sein ewiges Reich.

Karl-Heinz Grimm wurde am 21. Mai 1939 in Guben geboren. Nach der Grundschulzeit in Guben lernte er Maschinenschlosser und beendete die Lehre 1956 mit der Facharbeiterprüfung. In Görlitz besuchte er das Katechetenseminar. In dieser Zeit verstärkte sich sein Wunsch, der Kirche als Priester zu dienen. So ging Karl-Heinz Grimm 1957 nach Magdeburg ins Norbertinum, legte dort die Abiturprüfung ab und begann im Wintersemester 1961 das Theologiestudium in Erfurt. Nach seiner Priesterweihe am 25. Juni 1967 in Neuzelle trat er seinen priesterlichen Dienst zunächst als Vertretung in Peitz und in Welzow an, bevor er von 1968 bis 1973 in Senftenberg als Kaplan tätig wurde.

Neben seiner priesterlichen Berufung engagierte sich der junge Priester im „Werk Mariens“ (Fokolarbewegung). Zur Vertiefung dieser Spiritualität wurde er für ein zweijähriges Noviziat in Berlin und Erfurt von 1973 bis 1975 freigestellt. Im Anschluss daran trat Karl-Heinz Grimm wieder in den diözesanen Dienst und wurde für ein Jahr Kaplan in Weißwasser. Danach wechselte er nach Hoyerswerda, wo er bis 1989 als Kaplan wirkte, jedoch 1978 den Titel Pfarrer erhielt. 1989 wurde Karl-Heinz Grimm zum Pfarrer der Pfarrei Heilig Kreuz in Görlitz ernannt. Ein wichtiges Anliegen war ihm, das Miteinander zwischen den deutschen und polnischen Gläubigen zu fördern.

Aufgrund seines angegriffenen Gesundheitszustandes entband ihn Bischof Rudolf Müller 2001 von seinem Amt als Pfarrer der Pfarrei Heilig Kreuz in Görlitz und übertrug ihm die Pfarrei Döbern als Pfarradministrator. 2013 wurde er in den Altersruhestand verabschiedet und lebte nun im Begegnungszentrum der Fokolarbewegung in Zwochau. Hier stellte sich Pfr. Grimm weiterhin als Seelsorger zur Verfügung.

„Willi Grimm“ – wie ihn fast jeder nannte und er in der Regel auch seine Briefe unterschrieb, war kontaktfreudig und hatte ein Herz für die Zukurzgekommenen. Stets war ihm wichtig, Gottes Gebote nicht nur zu predigen, sondern durch das eigene Vorbild anderen Menschen ein Beispiel in der Nachfolge Christi zu geben.

Wir danken Pfarrer Grimm für seinen treuen Dienst im Weinberg des Herrn. Wir bitten um das Gebet für den Verstorbenen.

Requiescat in pace

Görlitz, 26.11.2020

Für das Bistum: Dr. Alfred Hoffmann, Generalvikar

Für das Werk Mariens : Benno Schäffel, Domkapitular

Für die Angehörigen: Ursula Kruppa, Peter  Grimm, Geschwister

Roratemessen im Advent

Im Advent findet an jedem Freitag um 18.30 Uhr eine Roratemesse in der Pfarrkirche statt. Die Termine sind der 4. Dezember, der 11. Dezember und der 18. Dezember. Bitte Laterne oder Windlicht mit Kerze mitbringen!

Das Wort „Rorate“ bildet den Anfang einer Antiphon in der katholischen Liturgie. Der Text dieser Antiphon lautet: „Rorate caeli desuper, et nubes pluant iustum: aperiatur terra, et germinet Salvatorem.“ („Tauet Himmel, von oben, ihr Wolken, regnet den Gerechten: Es öffne sich die Erde und sprosse den Heiland hervor.“) Es handelt sich hier um einen Vers aus dem alttestamentlichen Buch Jesaja (Jes 45,8). In der Adventszeit gibt es an den Werktagen Votivmessen zu Ehren der Gottesmutter Maria, deren Introitusantiphon (Eröffnungsgesang) eben jenen Vers beinhaltet, und die deshalb als Rorate-Messen bezeichnet werden. Diese werden nach altem Brauch nur bei Kerzenschein gefeiert und bringen in besonderer Weise die Sehnsucht nach der Ankunft Gottes in der Welt zum Ausdruck.

Foto: Żuk

Wahlergebnisse

Ergebnis der Wahl des Kirchenvorstandes

1. Dr. Andreas Krainz
2. Jakub Kujawa
3. Martin Wilke

Ersatzmitglieder:
Conrad Tilgner, Krysztof Kawecki

Ergebnis der Wahl des Pfarreirates

1. Gisela Plonka
2. Katarzyna Meiert
3. Bärbel Hauser
4. Barbara Weiss
5. Mariola Rathmann
6. Bärbel Tiller

Einsprüche gegen das Wahlergebnis können binnen einer Woche eingebracht werden. 

Foto: Riccabona

Wahlen und Ehrungen

Am Tag der Wahlen zum Pfarreirat und zum Kirchenvorstand ehrte Pfarrer Artur Zuk im Namen der Pfarrei Guben verdiente Mitglieder der Pfarrgremien, die nach langjähriger Mitarbeit nun ausscheiden: Bernadett Kruppa, Johannes Ringelhann, Thomas Plonka und Michael Grimm. Vergelt’s Gott für das ehrenamtliche Engagement!

Bernadett Kruppa

Johannes Ringelhann

Thomas Plonka

Michael Grimm

Wahlen zum Pfarreirat und Teilwahlen zum Kirchenvorstand

Fotos: Riccabona

Allerseelenablass bis Ende november

Papst Franziskus hat die Möglichkeit, einen Ablass für Verstorbene zu erwerben, auf den ganzen Monat November ausgedehnt. Bis Ende November kann täglich einmal ein vollkommener Ablass für die Verstorbenen gewonnen werden.

Die üblichen Voraussetzungen dafür sind:

  • Beichte, wobei eine zur Gewinnung mehrerer vollkommener Ablässe genügt;
  • entschlossene Abkehr von jeder Sünde;
  • Kommunionempfang und Gebet auf die Meinung des Heiligen Vaters.

Diese Erfordernisse können mehrere Tage vor oder nach der Verrichtung des jeweiligen Ablasswerkes erfüllt werden.

Zusätzlich für den Allerseelenablass ist vonnöten: Friedhofsbesuch und Gebet für die Verstorbenen.

Fehlt die volle Disposition oder bleibt eine der Bedingungen unerfüllt, ist es ein Teilablass für die Verstorbenen. Ein solcher kann an diesen und auch an den übrigen Tagen des Jahres durch Friedhofsbesuch wiederholt gewonnen werden.

Foto: Carola Ringelhann

Keine Gruppen im November!

Aufgrund der neuen Corona-Beschränkungen können im Monat November leider keine Gruppentreffen stattfinden.

Das heißt:

  • Das Treffen der Gemeindecaritas am 5. November muss entfallen,
  • ebenso das Seniorenfrühstück am 11. November,
  • der 2. Abend der Katechesenreihe GTI am 12. November,
  • die Bibelrunde am 26. November
  • sowie das geplante Dankessen für die Ehrenamtlichen.
  • Die Männerrunde findet mit Laubarbeit am Grundstück des Pfarrhauses im Freien statt.
  • Wegen zahlreicher Quarantänefälle unter den Schülern muss auch der Religionsunterricht bis auf Weiteres entfallen.

Winter-Ausgabe des „Angelus“

Die neue Ausgabe des Gemeindebriefes „Angelus“ für die Monate November 2020 bis Januar 2021 gibt es bereits hier als pdf-Datei zum Herunterladen!
Den aktuellen Beitrag unseres Pfarrers können Sie hier im Voraus lesen:

„IM ZEICHEN DES LICHTES“

Im Zeichen des Lichtes beginnen wir die herbstlich-winterliche Periode un- serer seelsorglichen Arbeit in Guben. Bereits am 1. November entzünden wir die ersten herbstlichen Lichter auf den Gräbern unserer Toten und beten für alle unsere Verstorbenen. Am 2. November leuchten die nächsten Lichter – diesmal am Abend in der Pfarrkirche bei dem Allerseelenamt für alle verstorbenen Pfarrangehörige mit den herzlichen Allerseelen-Fürbitten (wypominki) um die ewige Ruhe für Ihre Seelen, damit Christus, das ewige Licht, ihnen ununterbrochen leuchte. Ein paar Tage später, am 14. November um 10:00 Uhr, beten wir dann am Westfriedhof für alle Opfer der Kriege, um den Volkstrauertag würdig zu begehen.

Das helle Zeichen des Lichtes ist für uns Menschen, besonders in der dunklen Jahreszeit, lebens- und hoffnungsnotwendig. Es kündigt uns großartige Ereignisse unseres Glaubens an, welche noch in diesem schwierigen Jahr vor uns stehen… daher entzünden wir bereits am 29. November die erste Kerze am Adventskranz, um uns bewusst zu machen, dass wir nur knappe 4 Wochen Zeit zum Aufräumen unseres inneren Lebens haben, um den zentralen Platz unserer Existenz für den kommenden Christus vorzubereiten. Dies wollen wir bei den Roratemessen im Advent tun, die wir in der Dunkelheit unserer Pfarrkirche freitags (18:30 Uhr) feiern und die eigene spirituelle Wende von der Dunkelheit zum wahren Licht zum Ausdruck bringen. Alle Teilnehmer, besonders Kinder, werden gebeten eine Laterne oder einen Lampion mitzubringen, um geborgen im Zeichen des Lichtes vor Gott zu stehen.

Und wenn wir dann geläutert und ordentlich vorbereitet den Geburtstag des Herrn festlich begehen, leuchten und erleuchten uns zahlreiche Lichter in der ganzen Welt, die auf das Kommen Jesu Christi wartet. Mögen uns dann die warmen Lichter unserer Straßen und Häuser – natürlich auch die Lichter unserer Christbäume – daran erinnern, dass das einzig wahre Licht nur in der Krippe zu finden ist. Laden wir also ganz bewusst das Christuskind, das wahre Licht zu uns ein. Schenken wir in dieser weihnachtlichen Zeit uns gegenseitig viel Licht: Licht der Aufmerksamkeit, Licht der guten Weihnachtswünsche, Licht des Gesprächs, Licht der Erinnerung, Licht des Schenkens, Licht des Besuches und natürlich das Licht des Gebetes, besonders für die Einsamen und Kranken, wie auch für alle Gubener, welche das Weihnachtfest, den Geburtstag des Herren, ohne das Geburtstagskind zu feiern versuchen, damit sie ihm, Jesus, begegnen und ihn persönlich kennenlernen.

Eine gesegnete Zeit im Zeichen des Lichtes und einen guten Start in das neue Jahr 2021 wünscht Euch/Ihnen
Pfarrer Artur Żuk

Aktuelle Ausgabe des „Angelus“ herunterladen

Wahlen zum Pfarreirat und zum Kirchenvorstand

Am Sonntag, den 8. November finden in unserem Bistum Wahlen zum Pfarreirat und Teilwahlen zum Kirchenvorstand statt. In unserer Pfarrei können sie Ihre Stimmen vor und nach der Sonntagsmesse im Pfarrsaal abgeben. Der Pfarreirat wird vollständig neu gewählt, in den Kirchenvorstand werden drei Mitglieder neu gewählt. Wahlberechtigt sind alle katholischen Personen, die im Gemeindegebiet den Hauptwohnsitz und das 16. Lebensjahr vollendet haben. In unserer Pfarrei können sie Ihre Stimmen vor und nach der Sonntagsmesse im Pfarrsaal abgeben.

Der Kirchenvorstand das vermögensverwaltende Organ der Pfarrei. Er besteht aus dem Pfarrer und gewählten Laien der Kirchengemeinde. Er trifft eigenverantwortlich Entscheidungen beispielsweise über finanzielle Ausgaben, Bauvorhaben, Immobilienverwaltung, die Einstellung von Mitarbeitern, Vermögensanlagen oder die Beauftragung von Anwälten oder Handwerkern. Er schafft die Voraussetzungen für das caritative und pastorale Engagement der Kirche.

Der Pfarreirat ist der für die Pfarrei vorgesehene Pastoralrat und hat beratende Funktion. Der Pfarreirat trägt zusammen mit dem Pfarrer und den pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Verantwortung für ein aktives kirchliches Leben in der Pfarrei. Ihm gehören der Pfarrer und der Diakon als geborene Mitglieder an. Der Pfarrer kann neben den gewählten Mitgliedern noch zwei weitere Mitglieder frei bestellen.

Neustart der Gemeindecaritas

Bei einem ersten Treffen am Donnerstag, dem 5. November, um 18.30 Uhr im Pfarrhaus erolgt der bereits angkündigte Neustart der Gemeindecaritas unserer Pfarrei. Herzliche Einladung an alle, die sich gerne in irgendeiner Form einbringen wollen. Wer nicht kommen kann, aber mitmachen will, bitte Diakon Markus schriftlich bekanntgeben: Name, Kontaktdaten und was Sie beitragen könnten.

Der bereits seit langem bestehende Caritas-Kreis soll nicht aufgelöst, sondern erweitert und auf eine breitere Basis gestellt werden. Früher waren 17 Mitglieder im Caritas-Kreis engagiert, durch Tod und Alter sind es jetzt nur noch sieben! Es gibt auch bestehende Transportdienste, die möglicherweise erweitert werden sollten.

An alle Willigen ergeht die Einladung, sich mit ihren Fähigkeiten und mit ihrer Zeit einzubringen:

  • auch Polen für die polnischsprachigen Gemeindemitglieder,
  • auch Jüngere, denn von den verbliebenen sieben Ehrenamtlichen sind die meisten auch bereits älter bis alt.

Worum geht es genau?

Die Basis sind ALLE! Schauen wir bitte alle darauf: Wie geht es den Nachbarn, wie geht es denen, die ich kenne, wer braucht Hilfe? Wer etwas weiß, erfährt, bitte Diakon Markus mitteilen. Bitte auch weitergeben, wer die Krankenkommunion zu Hause empfangen möchte!
Durch das regelmäßige Austragen der Geburtstagskarten hat der Kreis der ehrenamtlichen Mitarbeiter der Gemeindecaritas auch Kontakt zu den Rändern und meldet zurück.

Die regelmäßigen Treffen der Gemeindecaritas sind für alle zwei Monate geplant, wo Informationen zusammengetragen und mögliche Hilfestellungen geplant werden.

Ehrenamtsbörse

Damit wir effizient helfen können, soll eine Ehrenamtsbörse eingerichtet werden. Jeder, der mitmachen möchte, soll angeben, was er oder sie leisten oder beitragen kann: Besuchsdienste, Einkaufshilfe, Hilfe im Haushalt, Arbeiten im Garten, Reparaturdienste, Transportdienste etc.

Wenn eine konkrete Hilfe gebraucht wird, werden die entsprechenden Personen der Ehrenamtsbörse kontaktiert. Der Einsatz erfolgt selbstverständlich nur nach Maßgabe Ihrer Zeit und sonstiger Möglichkeiten. Niemand ist verpflichtet, jedes Mal zur Verfügung zu stehen. Dafür wäre es aber schön, wenn wir einen möglichst großen Pool hatten, so dass immer irgendjemand einsatzbereit ist.

Für notwendige Anschaffungen und kleine finanzielle Nothilfen soll auch wieder eine regelmäßige Kollekte für die Pfarrei-Caritas eingeführt werden, die es früher einmal gegeben hat.

Wem soll geholfen werden?

  • In erste Linie den bedürftigen Mitgliedern unserer Gemeinde und deren Familien.
  • Ausgetretenen, ehemaligen Gemeindemitgliedern, um den Kontakt aufrecht zu erhalten oder wieder herzustellen.
  • In weiterer Folge, wenn es die Kapazitäten zulassen, evtl. auch Zusammenarbeit mit Heilsarmee, die immer wieder Anfragen von der Stadt bekommt.

Konkreter Beginn

Alle Interessenten kommen bitte zum ersten Treffen am 1. Donnerstag im November, das ist der 5. November, um 18.30 Uhr in das Pfarrhaus. Wer nicht kommen kann, aber mitmachen will, bitte schriftlich bekanntgeben: Name, Kontaktdaten und womit Sie sich einbringen könnten.

Diakon Markus

Kirchweihfest: lebendige Bausteine Gottes

Vor 49 Jahren wurde unsere Pfarrkirche Maria, Mutter der Christenheit geweiht. Alles ist bereits auf unser großes Pfarrjubiläum im nächsten Jahr ausgerichtet: Die Kirche ist renoviert, die Katechesenreihe „GTI – Gubener Theologische Information hat begonnen“, der besondere Jubiläumsablass ist zur Bewilligung eingereicht. Doch in diesem Jahr konnten wir nur eingeschränkt – bedingt durch die wieder verschärften Corona-Maßnahmen – feiern: Im Pfarrsaal konnten nur 50 Personen an der Agape teilnehmen, die anderen 30 angemeldeten Pfarrmitglieder feierten im Festzelt vor der Kirche – gewärmt durch den Griller. Trotzdem war es ein schönes Fest, getragen von der Hoffnung, Weihnachten möglichst „normal“ feiern zu können. Der Chor unter der Leitung vom Thomas Grimm hat die Festmesse wunderbar musikalisch gestaltet, und die Predigt von Diakon Markus gibt es hier noch einmal zum Nachlesen:

Weihe bedeutet, dass ein Gegenstand, eine Person oder bei der Kirchweihe eben ein Gebäude dem profanen, dem weltlichen Bereich entzogen und ganz dem heiligen Bereich übergeben wird. Heilig, im Hebräischen qadosch, bedeutet so viel wie abgesondert, eben nicht der Welt, sondern Gott zugehörig. Denn Gott ist ganz qadosch, der „dreimal Heilige“, der ganz Andere.
Wenn eine Kirche geweiht wird, ist das Gebäude kein gewöhnliches mehr, es gehört Gott. Weltliches Verhalten und weltliche Tätigkeiten haben von da an auch nichts mehr in der Kirche zu suchen, sondern nur Worte und Handlungen, die von Gott kommen und die zu Gott führen. Ebenso können Menschen geweiht werden. Man spricht dann von gottgeweihtem Leben. Ganz besonders Ordensleute sind auch von der profanen Welt abgesondert und leben ihr Leben ganz für Gott.

Doch wir alle haben eine viel grundlegendere Weihe an Gott erfahren: nämlich die Taufe. In der Taufe sind wir von Geschöpfen zu Söhnen und Töchtern Gottes geworden. Unser Leben, unsere ganze Existenz ist auf Gott hin geordnet, wir gehören zu Gott, ja gehörenGott – wie es in dem schönen Lied heißt: „Herr, ich bin dein Eigentum, dein ist ja mein Leben.“
Deswegen wird zum Kirchweihfest immer auch daran erinnert, dass wir selbst in Gemeinschaft mit Jesus Christus den geistigen Bau der Kirche bilden: Wir sind die lebendigen Steine der Kirche, Jesus selbst der Eckstein, auf dem alles aufbaut, und der Schlussstein, der alles zusammenhält. Und wir sind jeder für sich selbst auch wieder ein Tempel des Heiligen Geistes, wie wir gehört haben. Alles eben durch unsere Taufe und vollendet durch die Firmung.

Die Kirche hat nun, wie das Zweite Vatikanische Konzil es formuliert hat, drei Grundvollzüge, die alle ihren Ursprung hier, am Altar, in der Feier der Eucharistie haben: Verkündigung, Liturgie und Caritas. Und weil wir eben die lebendigen Bausteine dieser Kirche sind, liegen diese Grundvollzüge nicht nur in den Händen der geweihten Amtsträger, sondern sind Aufgabe und Verantwortung aller Getauften. 

Kerygma, Verkündigung: Da sind wir bei dem Thema, das dem Pfarrer und mir so am Herzen liegt. Verkündigung wird oft verwechselt mit Glaubensschule, mit Katechese. Diese ist dann in der Folge der Verkündigung wichtig und vertieft, begründet sie. Kerygma ist aber in erste Linie die Verkündigung von Jesus Christus als den Sohn Gottes, als den Gekreuzigten und Auferstandenen, das persönliche Zeugnis von Jesus als meinen Retter, Heiland und Erlöser. Dafür brauche ich noch keine umfassende theologische Bildung, aber den Glauben. Durch die Salbung zum Propheten in der Taufe sind wir für diesen Dienst ausgerüstet worden.

Das Zweite ist die Liturgie, von griechisch leiturgía, was so viel wie „Dienst des Volkes“ bedeutet. Wir sehen daran schon: Das geht uns alle an. Als Getaufte, als lebendige Bausteine der Kirche sollen wir an den Gottesdiensten mit einer participatio actuosa teilnehmen, wie das Zweite Vaticanum sagt. Es bedeutet die bewusste, fruchtbare, aktive und volle Teilnahme am liturgischen Geschehen, besonders der Heiligen Messe. Aber nicht nur: Wir sollen auch lebendige Hauskirche sein. Zur Liturgie gehört das gemeinsame Gebet in der Familie, das Tischgebet, ja die Ausübung unseres allgemeinen Priestertums, das wir ebenso in der Taufe empfangen haben. 
Besonders am Herzen liegt mir hier das Segnen. Bitte segnen Sie! Das Segnen ist nicht den geweihten Amtsträgern vorbehalten. Gott spricht: Ihr sollt ein Segen sein! Segnen Sie einander, Ihre Kinder, Ihre Eltern, Ihre Arbeit, Ihren ganzen Tag und besonders alle, die sich nicht mögen oder mit denen Sie Schwierigkeiten haben.

Und schließlich die diakoníaoder caritas, die tätige Nächstenliebe. Die meisten verbinden mit „Caritas“ die institutionelle Einrichtung der katholischen Kirche. Es ist natürlich wichtig, dass für viele Dienste entsprechend ausgebildete Menschen professionell eingesetzt werden. Ein Problem, das sich daraus oft ergibt, ist jedoch, dass wir glauben, damit und mit regelmäßigen Spenden bei den Kollekten sei unsere caritative Aufgabe erledigt.
Caritas kann man jedoch nicht delegieren! Neben dem Propheten und dem Priester sind wir in der Taufe auch zu Königen gesalbt worden. Wir herrschen gemeinsam mit Jesus Christus. Nur, wie herrscht unser König? Durch sein Dienen! „Ich bin unter euch wie einer, der dient“, sagt Jesus seinen Aposteln und wäscht ihnen die Füße. Wenn wir Jesus ähnlich werden wollen, müssen wir uns darin üben, unserem Nächsten zu dienen und ihm die Füße zu waschen – das heißt, bereit zu sein, auch den niedrigsten Dienst zu tun. 

Verkündigung, Liturgie und tätige Nächstenliebe, das sind die drei Grundvollzüge der Kirche. Und in der Taufe sind wir zu Propheten, Priestern und Königen gesalbt worden, was uns befähigt, diese Aufgaben als lebendige Bausteine der Kirche Jesu Christi zu erfüllen.

Fotos: Żuk