Eröffnung des Jubiläumsjahres

Das war die Eröffnung unseres Jubiläumsjahres 2021/22 mit Worship-Konzert am 16. und Pontifikalamt mit Weihe des Patroziniumsaltars sowie Agape im Festzelt am 17. Oktober:

Fotos: Lars Lehmann

Die bewegte Geschichte der katholischen Kirchbauten von Guben

Am 17. Oktober 2021 feiert die katholische Pfarrei St. Trinitas in Guben den 50. Jahrestag der Weihe ihrer Pfarrkirche „Maria, Mutter der Christenheit“ im Ortsteil Reichenbach.

Der Kirchbau in Reichenbach war für die katholische Gemeinde Guben nicht der erste. Diese blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück.

Die erste Kirche einer katholische Pfarrei stand auf der heute polnischen Seite der Stadt, in Gubin. Wann hier erstmals eine Kirche erbaut wurde, wissen wir heute nicht mehr. Der später Stadt- und Hauptkirche genannte Sakralbau wird bereits 1294 erstmals urkundlich erwähnt. Von 1508 bis 1557 erhält die spätgotische Kirche ihre endgültige äußere Gestalt. Ende Februar 1945 wird sie durch Kriegshandlungen schwer beschädigt und brennt aus. Seitdem steht sie als Ruine und gleichzeitig als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung in der historischen Altstadt von Gubin.

Doch bereits vorher geht die historische Pfarrkirche für die Katholiken verloren, denn 1519 setzt in Guben die Reformation ein. Die ganze Lausitz wird protestantisch, einzig Neuzelle bleibt als Glaubensinsel katholisch. Den Neuzeller Zisterziensern ist jedoch jede Amtsausübung in Guben verboten. Um am religiösen Leben teilzunehmen, müssen die verbliebenen Katholiken zu Fuß nach Neuzelle wandern. Auf diese Weise wird ein Zeitraum von 300 Jahren überbrückt.

Ihr erstes Kirchweihfest nach der Reformation kann die durch Zuwanderer gewachsene katholische Gemeinde vor 160 Jahren feiern. Von 1858 bis 1860 wird eine neugotische Kirche auf ehemaligen Weinbergen gebaut. Die erforderlichen Mitteln werden nur durch Spenden von Privatpersonen sowie von kirchlichen Einrichtungen in Paderborn, Linz und Breslau aufgebracht. Die Diözese St. Pölten in Niederösterreich springt helfend ein, um den Unterhalt für einen Geistlichen zu finanzieren. 

Bereits nach 10 Jahren treten durch Bodensenkungen und eintretendes Regenwasser erste Schäden auf. Auch die Gemeinde hat sich in diesem Zeitraum verzehnfacht. Nach schwieriger Geldbeschaffung, Rückschlägen durch den 1. Weltkrieg und die Inflation in den 20er-Jahren sowie zähen Verhandlungen mit den staatlichen Stellen kann im Juli 1935 mit dem Um- und Ausbau der Kirche begonnen werden. Die neue Kirche St. Trinitas wird vor 85 Jahren, am 30. August 1936 geweiht.

Nach der Teilung der Stadt nach dem 2. Weltkrieg ist die Kirche für die Gubener Katholiken nicht mehr zugänglich. Die Sonntagsmessen finden erst in der Aula der Pestalozzischule und später im evangelischen Gemeindehaus bzw. in der Kirche des guten Hirten, auch Wilke-Kirche genannt, statt. 

Im Januar 1952 kann nach langen Verhandlungen das Gelände an der Sprucker Straße erworben werden. Im April wird die Baugenehmigung erteilt für das Gemeindehaus mit Unterrichts- Versammlungs- und Verwaltungsräumen sowie mit einem bescheidenen, aber würdigen Gottesdienstraum. Das Pfarrhaus wird unter großen Opfern der Gemeinde gebaut. Im September 1952 wird Richtfest gefeiert. Im Februar 1953 vom noch unverputzen Haus Besitz ergriffen. Ab April 1955 finden alle Gottesdienste im Gemeindehaus statt.

Der ab 1964 durch das Chemiefaserwerk ausgelöste Zuzug von Arbeitern lässt die katholische Gemeinde stark wachsen, und das Thema Kirchbau wird wieder drängender. Eine entsprechende Anfrage beim Bauamt wird abgeschmettert. Trotz des ungebrochenen Willens zum Kirchbau tauchen immer neue Gründe zur Ablehnung auf.

Der Mai 1966 bringt schließlich eine überraschende Wende: Es darf gebaut werden, jedoch nicht auf dem vorgesehen Geländer in der Sprucker Straße, sondern im Ortsteil Reichenbach. Die Genehmigung zum Kirchbau wird außerdem an zwei Bedingungen geknüpft: kein Baulimit und keine Bindung an eine Baufirma. Es muss also wieder mit eigenen Kräften gebaut werden. 

Am 3. Mai 1967 erfolgt die feierliche Grundsteinlegung durch Bischof Gerhard Schaffran.

Die Beschaffung der Baumaterialien ist oft abenteuerlich und für manche Beteiligte gehen die Einsätze bis an die Grenzen der Belastbarkeit und es gibt einige kritische Momente.

In nur vier Jahren kann trotz aller Widrigkeiten die Kirche unter Pfarrer Winfried Steffen und den sogenannten Baukaplänen Josef Hoffmann und Friedrich Ludwig Quack sowie unter maßgeblicher Beteiligung der Gemeindemitglieder nach den Plänen des Architekten Egon Körner errichtet werden. Am 17. Oktober 1971 ist der große Tag der Kirchweihe gekommen.

Und genau 50 Jahre später dürfen wir mit Bischof Wolfgang Ipolt mit einer Festmesse unser Jubeljahr eröffnen!

Foto: Wilke

Vorbereitungen für das Fest: Marienaltar und Jubiläumskelch

Die Vorbereitungen für die Eröffnung des Jubiläumsjahres mit einem Festgottesdienst am 17. Oktober laufen auf Hochtouren. Dabei geht es aber nicht nur um Organisatorisches oder Kulinarisches. Gerade noch rechtzeitig vor dem Fest ist der neue Patroziniumsaltar geliefert und aufgestellt worden. Dieser trägt nun unsere schöne Madonna aus Holz, unsere Kirchenpatronin „Maria, Mutter der Christenheit“. Im Rahmen der Festmesse wird Bischof Wolfgang Ipolt den neuen Seitenaltar weihen.

Außerdem wird Bischof Ipolt bei der Eröffnung des Jubiläumsjahres einen neuen Messkelch verwenden: Pfarrer Artur Żuk, Kanoniker Uwe Aschenbrenner und Diakon Markus Michael Riccabona haben der Pfarrei zu ihrem „runden Geburtstag“ einen Kelch gestiftet, der bereits am letzten Sonntag geweiht wurde, damit er bei der Festmesse verwendet werden kann.

Papst eröffnet Synodalen Prozess

Mit einer feierlichen Messe hat Papst Franziskus an diesem Sonntag im Petersdom den Synodalen Prozess eröffnet, der in zwei Jahren in der Weltbischofssynode im Vatikan zu Synodalität münden wird. Bereits am Vortag wurden die Arbeiten durch einen „Moment des Nachdenkens“ mit verschiedenen Zeugnissen eingeleitet.

Auch auf diözesaner Ebene wird an diesem Wochenende der Konsultationsprozess eingeläutet, der bis zur Bischofssynode konkrete Erkenntnisse über die Realitäten in der Weltkirche zeitigen soll. In seiner Predigt betonte der Papst zum wiederholten Mal, dass es sich bei der Synode keineswegs um ein Parlament handele, sondern dass es darum gehe, „gemeinsam zu gehen“ und eine „Kirche des Zuhörens“ zu werden. Seine Überlegungen schlüsselte Franziskus – wie mittlerweile von ihm in jesuitischer Manier gewohnt – anhand dreier Verben auf: Begegnen, zuhören, unterscheiden.

Verkörpern wir, die christliche Gemeinschaft, den Stil Gottes, der durch die Geschichte hindurchgeht und die Ereignisse der Menschheit teilt? Sind wir bereit, uns auf das Abenteuer des Weges einzulassen, oder flüchten wir uns aus Angst vor dem Unbekannten lieber in die Ausreden ,das ist nicht nötig‘ und ,das hat man schon immer so gemacht‘?“, so leitete Franziskus die Predigt mit einer Einladung zur kollektiven Gewissenserforschung ein.

Die Predigt im Wortlaut

Foto: Vatican News

Die Bausteine der Kirche sind wir selbst

Als ich vor meinem Dienstantritt das erste Mal nach Guben kam, führte mich Pfarrer Aschenbrenner durch
Pfarrhaus und Kirche und erzählte auch kurz von deren Geschichte. Ich war tief beeindruckt, dass all das von den Gläubigen selbst, mit ihren eigenen Händen aufgebaut wurde. Bisher hatte ich das nur aus der Geschichte gekannt, als früher im Mittelalter das gläubige Volk unter großen Opfern mithalf, Klöster und Kathedralen zu bauen.

Im Stift Heiligenkreuz, meinem früheren Dienstort, sind in der vormaligen Fraterie (Werkstatt der Laienmönche) die Fugen der Steinmauern rot eingefärbt (siehe Foto). Das soll bedeuten, dass die Bausteine der Kirche vom Blut der Märtyrer zusammengehalten werden.

Ich hoffe zwar, dass beim Kirchenbau in Guben kein reales Blut geflossen ist, aber im übertragenen Sinne kann man auch hier sagen, dass die Kirche durch den Schweiß und das Blut der damaligen Generation aufgebaut und zusammengehalten wurde und wird. Auf dem Fundament des tätigen Glaubens unserer Eltern und Großeltern steht unsere heutige Pfarrgemeinde.

Mögen auch wir selbst zu wahren Bausteinen der Kirche Christi werden und uns von ihm einfügen lassen an der Stelle, die er für uns vorgesehen hat, damit auch wir das Fundament des Glaubens für die nachkommenden Generationen werden.

Diakon Markus

Foto: Stift Heiligenkreuz

Lasst uns jubeln!

Den aktuellen Gemeindeboten „Angelus“ zur Eröffnung unseres Jubiläumsjahres gibt es hier zum Herunterladen. Den Beitrag von Pfarrer Artur Żuk können Sie gleich im Folgenden lesen:

Ein Jubeljahr (lateinisch annus iubilaeus) oder Heiliges Jahr (annus sanctus) ist ein besonderes Jubiläumsjahr in der römisch-katholischen Kirche, in dem der Papst den Gläubigen bei Erfüllung bestimmter Bedingungen einen vollständigen Ablass gewährt.

Das kirchliche Jubeljahr knüpft indirekt an das biblische Erlassjahr an: einen alle 50 Jahre gebotenen Schuldenerlass und Besitzausgleich für alle Israeliten (Lev 25,8–55). Die Bezeichnung „Jubeljahr“ oder „Jobeljahr“ stammt vom hebräischen Wort jobel, das ursprünglich „Widder“ bedeutete. Aus Widderhörnern wurde das Blasinstrument Schofar gebaut, das zur Eröffnung eines Erlassjahrs geblasen werden sollte. Daher wurde der Ausdruck jobel auf das Instrument und das damit eröffnete Erlassjahr übertragen. – Die lateinische Bibelübersetzung Vulgata des 4. Jahrhunderts übersetzte das hebräische schenat hajobel mit annus iubilæus. Daher stammen „Jubel“, „Jubeljahr“ und das Fremdwort Jubiläum. Daraus abgeleitet ist die umgangssprachliche Redewendung „alle Jubeljahre“, die „ganz selten“ bedeutet, da ein Mensch in der Regel nur zwei bis drei dieser Jubeljahre erleben kann.

So ergibt sich auch für uns in Guben ein besonderes Jubiläumsjahr, das wir am Sonntag, den 17. Oktober 2021 mit einem Pontifikalgottesdienst um 16:00 Uhr mit unserem Bischof Wolfgang Ipolt eröffnen.

Da sich unser Jubiläumsjahr mit dem „Jahr des hl. Josefs“, das Bischof Ipolt bei uns in Guben am 19. März dieses Jahres für die ganze Diözese Görlitz eröffnete, wie auch mit dem „Jahr der Familie“ verbindet (diese beiden spirituellen „Maßnahmen“ hat der Papst Franziskus auch für die gesamte römisch-katholische Kirche in Rom eröffnet), dürfen auch wir hier vor Ort aus den Schätzen der Kirche schöpfen und die am Anfang erwähnten und mit dem Jubeljahr verbundenen Ablässe geistlich nutzen.

Auch die traditionelle Ankündigung unseres Jubeljahres werden wir tätigen. Allerdings nicht mit den Widderhörnern, sondern mit unserer Band, die bereits am Vorabend unseres Festes, am Samstag, den 16. Oktober (Fest der hl. Hedwig), um 19:00 Uhr ein Worship-Konzert in unserer Pfarrkirche geben wird.

Aber… was wollen wir tatsächlich feiern?

Nach den historischen Recherchen hat sich ergeben, dass genau auf den Tag vor 50 Jahren, d.h. am 17. Oktober 1971 unsere Pfarrkirche am Rosenweg 14, durch den damaligen Bischof von Görlitz, Gerhard Schaffran, geweiht wurde. Das ist unser erstes Jubiläum, das wir an dem Tag feiern werden. Aber nicht das einzige, denn in dieser Zeit jährt sich zum 155. Mal die Weihe der ersten Pfarrkirche (die auf der polnischen Seite in der Stadt Gubin steht) und zum 160. Mal die Gründung der römisch-katholischen Pfarrei in Guben. Dieses dreifache Jubiläum wollen wir also ordentlich feiern, und zwar nicht nur an einem Tag, sondern durch das ganze Jubiläumsjahr 2021/2022 hindurch.

Die große Jahresfeier soll viele spirituelle Impulse beinhalten, die in uns den Glauben erneuern und stärken sollen:

Oktober 2021: Konzert und Eröffnung des Jubiläumsjahres mit Agape (16./17. Oktober)

November 2021: Besonderes Gebet für die verstorbenen Katholiken der Stadt Guben 

Dezember 2021: Rundfunkgottesdienst (am 19. Dezember, um 10:00 Uhr, ja! um 10:00 Uhr)

Januar bis März 2022: Glaubenskurs

April 2022: öffentlicher Kreuzweg, Triduum Sacrum

Mai 2022: Maiandachten mit Marienkatechesen, Erstkommunion

Juni 2022: Pfingst-Triduum mit Patrozinium und Firmung am Pfingstmontag (6. Juni)

Juli 2022: Anbetungssonntag

August 2022: Marien-Wochenende um den 15. August herum

September 2022: Bistumswallfahrt nach Neuzelle (4. Sept.)

Oktober 2022: Abschlussgottesdienst des Jubiläumsjahres mit Pfarrfest (16. Oktober)

Hiermit lade ich Sie/Euch alle zur Teilnahme an den Eröffnungsfeierlichkeiten, wie auch an allen spirituellen Angeboten des ganzen Jubiläumsjahres unserer Pfarrei herzlich ein. Für alle gibt es Platz und entsprechende Angebote. 

Und noch eine Bitte: Verrichten Sie in dem kommenden Jubeljahr jeden Tag ein beharrliches Gebet für die Pfarrei und die ganze Stadt Guben, damit wir alle eine tatsächliche Erneuerung im Geiste Jesu Christi erleben. In diesem Sinne: Lasst uns jubeln!

Pfarrer Artur Żuk

Foto: Archiv der Pfarrei Guben

Aktion „Brückenband“

Herzliche Einladung zur Aktion „Brückenband“ am 19. September 2021 auf der TheaterinselDiakonie und Kirchengemeinden laden ein zur deutsch-polnischen Begegnung.

Mit der Aktion „Brückenband“ wollen wir im Monat der Diakonie besonders die Brücke zwischen den Menschen in Guben und Gubin stärken. Die deutsch-polnische Brücke hat es während der Corona-Pandemie schwer gehabt. Wie in vielen Bereichen ist die gemeinsame Begegnung zu kurz gekommen.

Darum veranstalten die Kirchen der Stadtökumene Guben am 19. September 2021 um 14.30 Uhr auf der Theaterinsel die ökumenische Aktion „Brückenband“.
Gemeinsam mit den Kirchengemeinden in Gubin sind Gubener und Gubiner und Einrichtungen der Diakonie und Caritas eingeladen, das gemeinsame Band mit einer symbolischen Aktion zu stärken.
Im Vorfeld werden Bänder in den Nationalfarben in den Kirchengemeinden und auch am 19. September ausgeteilt. Die einzelnen Bänder werden dann zu einem großen Band verknüpft, das möglichst von einem Ufer der Neiße bis zum anderen reichen soll.

Gegen 15 Uhr erfolgt eine Andacht mit geistlichen Ansprachen auf Polnisch und Deutsch und jeweiliger Übersetzung. Anschließend können die Gäste bei Kaffee und Kuchen verweilen und miteinander ins Gespräch kommen oder auch vielleicht die eine oder andere Einrichtung näher kennenlernen.

Bischof Ipolt lädt zur Bistumswallfahrt ein

Bischof Wolfgang Ipolt lädt zur diesjährigen Bistumswallfahrt ein. Er schreibt:

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!
Sehr herzlich lade ich Sie nach Neuzelle ein zu unserer Bistumswallfahrt am Sonntag, dem 5. September 2021.
Papst Franziskus hat am Hochfest des heiligen Josef, am 19. März, ein „Jahr der Familie“ für die ganze Kirche ausgerufen. In diesem Jahr soll in den Gemeinden und Gemeinschaften besonders das Wort des Heiligen Vaters in seinem Schreiben „Amoris laetitia“ neu gehört und bedacht werden.
Unser Jahresthema im Bistum Görlitz bekommt dadurch einen besonderen Akzent: „Wir sind eine Mission“ – das gilt für jeden einzelnen Christen aber auch für jede christliche Familie, die den Glauben lebt und bezeugt. Bei unserer diesjährigen Wallfahrt werden darum auch Ehepaare ein wenig von ihrem Glaubensweg berichten.

Das Wallfahrtshochamt beginnt wie im vergangenen Jahr um 10:00 Uhr auf dem Stiftsplatz vor der Kirche. Das gibt uns die Möglichkeit, die Heilige Messe ohne platzmäßige Beschränkung feiern zu können.
Unsere Wallfahrt endet mit der Schlussandacht gegen 15:00 Uhr.
Gelegenheit zum Empfang des Bußsakramentes ist wie immer vor der Eucharistiefeier in der Stiftskirche.

Eine ausdrückliche Einladung spreche ich in diesem Jahr an die Familien aus. Bringen Sie auch Ihre Kinder mit zur Wallfahrt! Für die ganz Kleinen gibt es während der Wallfahrtsmesse einen Wortgottesdienst mit einer eigenen Katechese.
Es ist schön, wenn die Verbände und Vereine mit Ihren Bannern an der Wallfahrt teilnehmen. Ebenso wünschenswert ist die Teilnahme der Priester und pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Bistums.

Vertrauen wir bei der Wallfahrt alle unsere Anliegen Maria, Unserer Lieben Frau von Neuzelle, an und bitten sie um ihre Fürsprache.
Ich grüße Sie herzlich und freue mich auf die Begegnung mit Ihnen am Wallfahrtstag in Neuzelle,

Ihr Bischof
+ Wolfgang Ipolt

Foto: Zisterzienserpriorat Neuzelle

Beginn Religionsunterricht

Der Religionsunterricht findet im Pfarrhaus Sprucker Straße 85 statt und beginnt in der zweiten bzw. dritten Septemberwoche, ebenso die Vorbereitung auf die Erstkommunion und die Firmung.

Religionsunterricht 1. und 2. Klasse
Donnerstag, 15.30 bis 16.15 Uhr
Beginn: 9. September 2021
Lehrer: Diakon Markus M. Riccabona

Religionsunterricht 3. Klasse
und Vorbereitung auf die Erstkommunion
Donnerstag, 16.30 bis 17.15 Uhr
Beginn: 9. September 2021
Lehrer: Diakon Markus M. Riccabona

Religionsunterricht 4. und 5. Klasse
Mittwoch, 15.30 bis 16.15 Uhr
Beginn: 15. September 2021
Lehrer: Pfarrer Dr. Artur Żuk

Religionsunterricht ab 6. Klasse
und Vorbereitung auf die Firmung
Mittwoch, 16.30 bis 17.15 Uhr
Beginn: 15. September 2021
Lehrer: Pfarrer Dr. Artur Żuk

Anmeldung im Pfarrbüro

Foto: Shutterstock.com

KRÄUTERSEGNUNG AN MARIÄ HIMMELFAHRT

Rund um Mariä Aufnahme in den Himmel finden in vielen Pfarren traditionell Kräutersegnungen statt. Bei
uns am Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel, am Sonntag, den 15. August, in der Heiligen Messe um
9.30 Uhr.

WARUM GIBT ES KRÄUTERBUSCHEN?

Im achten Jahrhundert nach Christus deutete die katholische Kirche einen alten, ursprünglich heidnischen
Brauch um und verband ihn mit der Gottesmutter Maria. Drei Tage nach dem Entschlafen der Gottesmutter
kamen die Apostel laut Legende an ihr Grab, doch das Grab war leer, da Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden war. Aus dem Grab jedoch strömte der Duft von Rosen, Lilien und ein lieblicher Wohlgeruch wie von duftenden Heilkräutern.

WAS MUSS HINEIN IN DIE KRÄUTERBUSCHEN?

Sieben bis dreißig Kräuter gehören in einen Kräuterbuschen zu Mariä Himmelfahrt – die Zahl schwankt je
nach Region, es handelt sich jedoch immer um eine symbolträchtige Zahl wie zum Beispiel eine der folgenden:
Sieben: Zahl der Schöpfungstage, Zahl der Vollendung.
Neun: Drei mal drei für die heilige Dreifaltigkeit, Zahl der Fruchtbarkeit.
Zwölf: Zahl der Apostel, Zahl der Stämme Israels.
Vierzehn: Zahl der Nothelfer.
Vierundzwanzig: Zwei mal zwölf für die Stämme Israels und die Apostel (Altes und Neues Testament).

Je nach Region werden unterschiedliche Pflanzen in den Buschen geflochten. In der Mitte des Buschens
steckt oft eine Königskerze, die von zahlreichen anderen Kräutern umrankt ist. Häufig darunter zu finden
sind heimische Kräuter wie Alant, Arnika, Baldrian, Beifuß, Frauenmantel, Johanniskraut, Kamille, Liebstöckl, Pfefferminze, Salbei, Schafgarbe, Thymian und Wermut. Als Symbol für Maria werden häufig auch Rosen und Getreideähren in den Buschen integriert.

WIE WERDEN KRÄUTERBUSCHEN GEMACHT?

Sommerzeit ist Kräuterzeit. Den Heilkräutern wird im Zeitraum zwischen Mariä Aufnahme in den Himmel am 15. August und dem Gedächtnis der Schmerzen Mariens am 15. September, dem sogenannten „Frauendreißiger“, eine besondere Wirkung nachgesagt. Ein besonderer Segen soll in dieser Zeit auf allen Kräutern – mit Ausnahme der Johanniskräuter, die bereits rund um den Johannistag am 24. Juni gepflückt werden – liegen. Und so sammelten Frauen in diesem Zeitraum ihre Heilkräuter, um einen Vorrat für die kalte Jahreszeit anzulegen.

Für die Herstellung eines Kräuterbuschens werden verschiedene Heilkräuter benötigt, die kurz vor Mariä
Aufnahme in den Himmel – am besten am Vortag – gepflückt werden. Beim Binden der Kräuterbuschen gibt es verschiedene Varianten – eine davon stellen wir vor: Die einzelnen Pflanzen werden in absteigender Form zusammengefügt. Begonnen wird mit dem Mittelpunkt, meist der Königskerze, an deren Seiten der Größe entsprechend unterschiedliche Kräuter aus den einzelnen Pflanzengruppen drapiert und anschließend zusammengebunden werden. In vielen Fällen ist das fertige Gesteck nicht rund wie ein Blumenstrauß, sondern eher flach. So vorbereitet lässt es sich mit den Blüten aufgehängt gut bis zur Segnung an Mariä Himmelfahrt aufbewahren.

WAS PASSIERT MIT DEN KRÄUTERBUSCHEN?

An Mariä Aufnahme in den Himmel werden die Kräuterbuschen gesegnet, verbunden mit der Bitte um das
Heil des ganzen Menschen. Als die Kräutersegnung in den Gottesdienst am Festtag eingeführt wurde, war die Legende rund um Marias Tod noch bekannt. Der Duft der Heilkräuter und Blumen verbindet mit der Freude über die Schönheit der Schöpfung die Erinnerung an den Wohlgeruch Mariens als Hinweis auf die Bewahrung ihres Leibes in der Wirklichkeit der Auferstehung.

Von der vielgestaltigen Verwendung der Kräuterbuschen berichtet der Mystiker und Priester Sebastian
Franck bereits 1534 in seinem „Weltbuch“, wenn er schreibt: „An unser frawen Hymmelfart da tregt alle
wellt obs büschel allerley kreüter in die kirchen zuo weihen für alle sucht vnnd plag überlegt bewert.“

Die Kräuterbuschen bringen – immer verbunden mit Gebet! – Gottes Segen ins Haus, daher werden sie in
Haus und Hof aufgehängt, mit Weihrauch vermengt geräuchert, als Tee überbrüht, dem Vieh unters Futter
gemischt oder sogar unters Kopfkissen gelegt, um das Eheglück zu erhalten.

Quelle: Diözese Linz / Foto: Anne Roidl