Bischof Ipolt reagiert positiv auf polnischen Brief zum Synodalen Weg

Positiv reagierte Bischof Wolfgang Ipolt auf einen  kritischen Brief des Vorsitzenden der Polnischen Bischofskonferenz, Stanislaw Gądecki. Gegenüber kath.net betonte Ipolt auf Nachfrage: „Wir haben im Zusammenhang des synodalen Weges in Deutschland immer betont, dass wir Teil der Weltkirche sind und sein wollen. Der Brief aus Polen ist eine Stimme aus der Weltkirche. Die sollten wir zunächst hören. In dem Brief spricht Erzbischof Gądecki von verschiedenen Versuchungen, denen die Kirche insgesamt erliegen kann. Wer wollte leugnen, dass es diese Versuchungen gibt? Ich weiß aus meiner unmittelbaren Nachbarschaft, dass die Kirche in Polen derzeit ähnlichen Herausforderungen gegenübersteht wie wir in Deutschland. Ob der Brief aus Polen nicht auch unseren synodalen Weg auf Fragen aufmerksam machen kann, die wir vielleicht noch ausblenden?“

Gleichzeitig reagierte Bischof Ipolt mit Unverständnis auf die Kritik des Essener Generalvikars Klaus Pfeffer am Brief aus dem polnischen Episkopat. Ipolt stellte fest: „Die harsche Kritik an dem Brief kann ich nicht teilen. Papst Franziskus selbst hat von diesem Minderwertigkeitskomplex gesprochen, der den missionarischen Eifer allseits behindert. Ich finde durchaus, dass wir in Deutschland derzeit ein eher verschämtes Christentum leben, dessen Ausstrahlung – aus verschiedenen Gründen – behindert oder verdunkelt ist. Es gilt, die Freude des Evangeliums (Evangelii gaudium) wieder zu gewinnen und  mit einem demütigen Selbstbewusstsein den Glauben zu leben.“

Außerdem erinnerte Ipolt gegenüber kath.net, dass „in den Städten und Dörfern unseres Landes … viele katholische Christen aus Polen“ leben. „Wie selbstverständlich gehören sie auch in unsere Pfarreien und haben dort zum Teil Verantwortung übernommen. Auch in unserem Ordinariat arbeiten bereits einige Frauen aus dem Nachbarland und wirken so beim Aufbau unserer Ortskirche mit. Dafür bin ich dankbar. Dass wir ganz sicher in mancher Hinsicht verschiedene Zugänge zum Glauben und zur Kirche haben, das darf unseren guten Beziehungen keinen Abbruch tun. Immerhin gehören wir zu einer Kirche.“

Foto: Bistum Görlitz / Raphael Schmidt

Beteiligung am weltweiten Synodalen Prozess

Bischof Wolfgang Ipolt lädt dazu ein, sich am weltweiten Prozess zu beteiligen, den Papst Franziskus ausgerufen hat. Das ist bei uns bereits in den verschiedenen Gruppen der Pfarrei und im Pfarreirat geschehen. Damit auch alle Gemeindemitglieder, die in keiner Pfarrgruppe aktiv sind, sowie Rand- und Fernstehende die Möglichkeit haben, sich zu beteiligen, werden die Fragen auf der Homepage unseres Bistums und auch hier veröffentlicht. Bischof Ipolt sammelt bis Mitte Februar die Antworten aus den Pfarreien und von einzelnen Gläubigen und fasst sie zusammen. Im Frühjahr des kommenden Jahres soll dann daraus eine gemeinsame Antwort aus den deutschen Diözesen entstehen, die die Bischöfe in den Synodalen Prozess einbringen und dem Papst ans Herz legen. Die Bischofssynode 2023 beginnt damit jetzt mitten unter uns, in unseren Pfarreien und Gemeinschaften.
Der Papst lädt ausdrücklich dazu ein, die Fragen zu besprechen, die dem eigenen Bistum und der eigenen Umgebung am besten entsprechen. Aus seinen Vorschlägen hat Bischof Ipolt für unsere Diözese drei Felder ausgewählt:

  1. Den Weggefährten zuhören
    Mit wem gehen wir wirklich gemeinsam den Weg des Glaubens? Wer sind diejenigen,
    die abseitsstehen, die außen vor bleiben? Warum stehen sie am Rande?
    Wie spricht Gott zu uns durch Stimmen, die wir mitunter ignorieren? Was erleichtert
    oder erschwert uns das Zuhören und die Offenheit für unsere Weggefährten?
  2. Mitverantwortung und Teilhabe an der gemeinsame Sendung
    Was hindert die Getauften daran, sich an der Sendung der Kirche zu beteiligen? Wo
    müssen wir für mehr Teilhabe (Partizipation) sorgen und sie ermöglichen? Wo braucht
    es Unterstützung für diejenigen, die sich beteiligen wollen, aber es sich nicht zutrauen? Wie gut funktionieren unsere gewählten Gremien, die eine synodale Kirche
    repräsentieren? Was können wir verbessern?
  3. Die Quelle aller Mission – die Feier der Liturgie
    Wie spiegelt sich in allen unseren Gottesdiensten (nicht nur in der Messfeier am Sonntag, sondern auch bei den Feiern der Sakramente), dass wir mit vielen in unserer Gesellschaft auf dem Weg sind? Wie fördern wir die aktive Teilnahme der Gläubigen an
    der Liturgie? Welche Rolle spielen das gemeinsame Gebet und die Liturgie bei wichtigen Entscheidungen unserer Gemeinde?

Ihre Beiträge schicken Sie bitte bis 10. Februar schriftlich an Diakon Markus in das Pfarrbüro oder per E-Mail: mm.riccabona@hotmail.com.

Kerzenweihe zu Mariä Lichtmess

Spätestens am 40. Tage nach der Geburt, so wollte es das jüdische Gesetz, war der Erstgeborene jeder Familie dem Herrn zu weihen. Oft wurde die entsprechende Feier mit der nach jeder Entbindung vorgeschriebenen rituellen „Reinigung“ der Mutter verbunden – so weit in die jüdische Vorgeschichte zurück reicht das Fest Mariä Lichtmess, das seit den frühesten Zeiten 40 Tage nach der Geburt des Erlösers begangen wird.

Im Bericht des Evangelisten Lukas über die Weihezeremonie des Jesusknaben im Tempel ist die Episode vom greisen Simeon überliefert, der in der Hoffnung lebte, noch vor seinem Tode den kommenden Messias zu sehen, und der, vom hl. Geist erfüllt, in dem Sohn Mariens den künftigen Messias erkannte:

Nun lässt du, Herr, deinen Knecht,
wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.

Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
das du vor allen Völkern bereitet hast,

ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für dein Volk Israel.

Von den letzten Zeilen im Dankeslied Simeons her lag es nahe, an diesem Tag auch die Kerzen zu weihen, die – neben übelriechenden Öllampen – noch auf fast 2000 Jahre die einzigen Spender von Licht in den dunklen Tages- und Jahreszeiten waren.

In diesem Kerzen traf das Symbol für das neu in die Welt gekommene Licht und der Gebrauchsgegenstand größter Bedeutung für den Alltag der Menschen auf glückliche Weise zusammen – entsprechend feierlich war die Liturgie ausgestaltet. In fünf Orationen und einer feierlichen Lichterprozession wurde – zweifellos auch in katechetischer Absicht – eine kleine Theologie vom „Licht der Erlösung“ entfaltet. In dieser ebenso feierlichen wie umfangreichen Gestaltung geht, wenn man dem Bericht der Pilgerin Egeria vertrauen kann, die Feier der „Lichtmess“ bis in das 4. Jahrhundert zurück.

Foto: Pfarrei Guben

Wechsel im Amt des Generalvikars

Neuer Generalvikar des Bischofs von Görlitz wird in wenigen Monaten der bisherige Leiter des Seelsorgeamtes, Ordinariatsrat Markus Kurzweil. Der 40-jährige stammt aus dem Bistum und wuchs im brandenburgischen Senftenberg auf. Nach dem Studium der Theologie in Erfurt und Wien wurde er im Jahre 2009 von Bischof Dr. Konrad Zdarsa zum Priester geweiht. Seit 2018 ist er Mitglied des Domkapitels zum heiligen Jakobus.

Nach beinahe zehn Jahren als Generalvikar und nach dem Abschluss der Innensanierung der Kathedrale hat Dompropst Dr. Alfred Hoffmann (63) den Bischof um Entpflichtung vom Amt des Generalvikars gebeten, um sich wieder mehr seelsorglicher Arbeit widmen zu können. In seiner Aufgabe als Dompropst steht er dem Domkapitel vor, wird weiterhin in Görlitz wohnen und steht für verschiedene Aufgaben im Bistum zur Verfügung. Der Termin für die Verabschiedung des alten und die Einführung des neuen Generalvikars ist offen, bis die  Nachfolge in der Leitung des Seelsorgeamtes geregelt ist.

Der Generalvikar ist der Stellvertreter, das „alter ego“, des Bischofs. Er wird vom Bischof frei ernannt und kann jederzeit von ihm wieder abberufen werden. Mit der Amtszeit des Bischofs endet auch die Amtszeit des Generalvikars.

Foto: Bistum Görlitz

Sternsinger-Spenden für Gesundheit

Zum Greifen nah war die saftige Mango, als Benson plötzlich das Gleichgewicht verlor und vom Baum fiel. Dabei verletzte sich der Fünfjährige so sehr, dass er im Daniel-Comboni-Krankenhaus in der südsudanesischen Diözese Wau behandelt werden musste. 

Beim Fall vom Baum bohrten sich Holzsplitter in Bensons Po. Ein einfaches und schnelles Herausziehen war nicht möglich. Im Dorf gab es keinen Arzt. Benson lebt mit seiner Familie in der Diözese Rumbek, einer abgelegenen Region im Südsudan. Viele Menschen müssen kilometerweit laufen, um gesundheitliche Versorgung zu erhalten. So auch Benson und seine Mutter. Im Comboni-Krankenhaus konnte ihnen ein Arzt helfen. In einer Operation wurden die Holzsplitter entfernt und bald schon durften Benson und seine Mutter wieder nach Hause. 

Medizinische Versorgung im Südsudan

Das Gesundheitssystem im Südsudan ist völlig unzulänglich. Es fehlt im ganzen Land an Gesundheitseinrichtungen, Medikamenten und medizinischem Personal. Die schwache Infrastruktur erschwert schnelle Hilfe: Das Straßennetz ist dünn, besonders auf dem Land. Vor allem während der Regenzeit sind manche Wege nicht mehr befahrbar. Mit 789 Todesfällen auf 100.000 Geburten hat der Südsudan eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten der Welt. Eines von zehn Kindern stirbt vor seinem fünften Geburtstag. Zwei Drittel der Todesfälle gehen auf vermeidbare Krankheiten wie Durchfall, Malaria oder Atemwegserkrankungen zurück.

Die Arbeit unserer Sternsinger-Partner im Südsudan

Im Südsudan unterstützen wir mit den gesammelten Spenden der Sternsinger das Daniel-Comboni-Krankenhaus in Wau und das Mary-Immaculate-Krankenhaus in Mapuordit.

So helfen unsere Sternsinger-Partner vor Ort:

  • Behandlung von Babys, Kindern, schwangeren Frauen und jungen Müttern, um frühzeitig Unregelmäßigkeiten oder Krankheiten zu erkennen und zu behandeln.
     
  • Mitarbeitende des Comboni-Krankenhauses besuchen Kinder und Mütter in abgelegenen Regionen mit einer mobilen Klinik. Dort werden die Patientinnen behandelt und geimpft.
     
  • Aufgrund des Klimas im Südsudan gibt es viele Stechmücken, die Malaria übertragen können. Den Kliniken stehen Medikamente zur Verfügung, mit denen sie die Krankheit behandeln können.
     
  • Zur Aufgabe der Projektpartner gehört es auch, Prävention zu betreiben und darüber aufzuklären, wie man Ansteckungen vermeiden und Lebensmittel gut aufbewahren kann.
     
  • Besonders während der Corona-Pandemie liegt auch ein Augenmerk auf dem Vermitteln von Hygienregeln.

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Im Anfang

„Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.“ So ähnlich beginnt auch das Buch Genesis, das erste Buch der Bibel überhaupt: „Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde.“ Und das Markusevangelium beginnt auch ähnlich. Wir haben es erst kürzlich, am 2. Adventsonntag gehört: „Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.“

Es geht also um einen Anfang und es geht um Gott. Und wenn zwei der Evangelien so ähnlich beginnen wie das Alte Testament, dann geht es um einen neuen Anfang. Und zwar nicht nur um ein neues Kapitel, um einen neuen Abschnitt, um etwas Neues, das einfach zum Bestehenden dazukommt. Nein!

Wenn das Evangelium, die Frohbotschaft, so beginnt wie der Schöpfungsbericht, dann geht es tatsächlich um eine neue Schöpfung! Da wird nicht nur ein bisschen etwas ausgebessert, ein Fehler repariert, die Folgen eines Unfalls beseitigt. Nein! Es geht um einen grundlegenden, radikalen Neubeginn!

Mit der Geburt Jesu Christi tritt Gott selbst, das Wort Gottes, durch das alles erschaffen wurde, in die Geschichte des Menschen ein. Dadurch werden alle Bedingungen des Lebens, alle Parameter der gesamten Schöpfung komplett neu ausgerichtet. Es ist, zeitgemäß ausgedrückt, wie wenn eine universelle Reset-Taste gedrückt wird, die Schöpfung neu bootet und ein neues Betriebssystem installiert wird, mit dem nun alle anderen Programme laufen.

„Im Anfang“ heißt es. Das ist ganz entscheidend! Nicht „am Anfang“!
„Am Anfang“ würde einen zeitlichen Beginn bedeuten, der einmal in der Vergangenheit geschehen und abgeschlossen ist. Mit „am Anfang“ beginnt eine Geschichte, die vorbei ist. So wie: „Es war einmal …“ – „IM Anfang“ bedeutet etwas Ursächliches. Etwas, das noch immer fortdauert, das ewiger Anfang, das Grundlage von allem ist und bleibt. Eine neue Bedingung alles Seienden.

Im Kind in der Krippe ist dieser ewige Anfang unter uns erschienen, hat unter uns gewohnt, „gezeltet“, wie es wörtlich heißt. Indem Gott selbst einen Menschenkörper angenommen hat, hat er auch die menschliche Natur von innen heraus und grundlegend verändert. Durch seinen Tod und seine Auferstehung hat er dem Menschen dann auch den Weg zum ewigen Leben und zur Einheit mit dem Vater im Heiligen Geist eröffnet. 

„Im Anfang“. Wenn wir Weihnachten wirklich begehen, wenn wir Weihnachten als inneres Fest feiern, dann können auch wir in unserem Leben einen neuen Anfang setzen, neue Bedingungen schaffen. In der Taufe ist das ontologisch, seinsmäßig bereits geschehen. In der Taufe sind wir zu dieser neuen Schöpfung geworden. Aber es gilt, unser Taufversprechen einzulösen, unsere Taufe in unserem Leben auch einzuholen.

Weihnachten kann für uns bedeuten, dass wir tatsächlich Jesus Christus zum Betriebssystem unseres ganzen Lebens machen, um diese Bild noch einmal zu verwenden. Wenn er die Grundlage unseres ganzen Lebens ist und nicht nur ein zusätzliches, nettes Beiwerk, dann verändert sich alles. Dann laufen auch alle Programme in unserem Leben grundlegend anders – nämlich ganz ausgerichtet auf Gott. Von ihm her, erfüllt von ihm und auf ihn hin. 

„Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade über Gnade.“

Für die meisten ist mit dem heutigen Tag Weihnachten vorbei und man bereitet sich auf den Jahreswechsel vor. Für uns hat heute Weihnachten erst begonnen, und wir feiern Weihnachten eine ganze Woche lang bis zum Oktavtag, dem 1. Januar. Und die Weihnachtszeit geht noch bis zum Fest der „Taufe des Herrn“. Aber Weihnachten sollte für uns eigentlich niemals enden. Es soll die Grundlage unseres ganzen Lebens sein und bleiben. Das Wort Gottes, das uns erschaffen hat, das uns belebt und in dem wir vollendet werden.

Diakon Markus 

„Wer bin ich …?“

„Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ – so fragt Elisabeth im Evangelium vom 4. Adventssonntag. Und so können auch wir fragen: „Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ Ja wir können und sollen sogar fragen: „Wer bin ich, dass der Herr selbst zu mir kommt?“, denn Maria trägt den Herrn in ihrem Leib. 

Und im Hebräerbrief wird bereits angedeutet, warum der Herr selbst zu uns kommt: um sich selbst als Opfergabe hinzugeben, damit wir – wie es heißt – „ein für allemal geheiligt“ sind.

Wir können Weihnachten immer und immer wieder feiern. Nie werden wir das große Geheimnis der Menschwerdung Gottes ganz erfassen, können uns nur immer wieder ein kleines Stück annähern, ihn selbst bitten, dass er uns in dieses Wunder mit hineinnimmt. „Wer bin ich, dass der Herr zu mir kommt?“

Wenn Jesus in einem Stall zur Welt kommt, umgeben von Tieren, und in eine Futterkrippe gelegt wird, so entspricht das durchaus auch unserer Realität. Was können wir dem König der Könige schon bieten? Wie sieht der Tempel unseres Herzens aus? 

Er ist kein Palast, der eines Königs würdig ist. Wir müssen gestehen, dass es in uns auch eher wie in einem Stall mit Tieren aussieht. Und doch kommt er immer wieder zu uns in die Krippe unseres Herzens und gibt sich uns als Futter, als Speise des ewigen Lebens hin.

Bereiten wir dem Höchsten, unserem Schöpfer, der kommt, uns zu retten, in all unserer Armseligkeit und Bedürftigkeit ein möglichst sanftes Lager, indem wir nach einer guten Weihnachtsbeichte mit reinem Herzen zum Fest seiner Geburt gehen. 

Schmücken wir mit einer tiefen und echten Freude das Gemach unseres Herzens, damit auch wir gemeinsam mit Maria selig gepriesen werden, weil wir den Herrn in uns tragen!

Diakon Markus

Bischöfe bitten um Unterstützung der Adveniat-Weihnachtsaktion

Infolge der Corona-Pandemie ist Lateinamerika auf die Weltkarte des Hungers zurückgekehrt. Die deutschen Bischöfe und rufen eindringlich dazu auf, die bundesweite Adveniat-Weihnachtsaktion „ÜberLeben in der Stadt“ großzügig zu unterstützen.

Die deutschen Bischöfe rufen am dritten Adventssonntag, dem 12. Dezember 2021, zur Unterstützung der bundesweiten Adveniat-Weihnachtsaktion auf. Unter dem Motto „ÜberLeben in der Stadt“ rückt das Lateinamerika-Hilfswerk die Sorgen und Nöte der armen Stadtbevölkerung in den Blick. Infolge der Corona-Pandemie ist Lateinamerika auf die Weltkarte des Hungers zurückgekehrt. Insbesondere in den Städten ist die Zahl der Menschen, die in Armut leben, extrem gestiegen. Die Bischöfe bitten deshalb in ihrem Aufruf, der in allen Gottesdiensten verlesen wird, um eine großzügige Spende bei der Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember für das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat. Wenn aufgrund der Corona Situation die Gottesdienste an Weihnachten nicht wie gewohnt in der Kirche in Präsenzform stattfinden können, ist eine Beteiligung an der Kollekte auch jederzeit möglich. 

„Lateinamerika ist die am härtesten von der Corona-Pandemie betroffene Weltregion. Vor allem die Situation der Armen hat sich verschlechtert, viele erleiden große Not“, schreiben die Bischöfe. Die kirchlichen Partner vor Ort seien ein „Zeichen der Hoffnung“. Sie stellten sich dem wachsenden Elend entgegen: „Sie lindern akute Not, schenken Kranken und Trauernden Beistand, schaffen Existenzgrundlagen und kümmern sich um die Schwächsten: Kinder, Jugendliche, Frauen und Familien.“ Seit mehr als 60 Jahren stehe Adveniat an der Seite der Ärmsten, betonen die Bischöfe und rufen mit einem eindringlichen Appell zum Spenden auf: „Wir bitten Sie um eine großzügige Spende bei der Adveniat-Weihnachtskollekte. Bleiben Sie den Menschen in Not und Armut verbunden.“

Wortlaut des Aufrufs der deutschen Bischöfe zur Adveniat-Weihnachtsaktion 2021:

Liebe Schwestern und Brüder,

Lateinamerika ist die am härtesten von der Corona-Pandemie betroffene Weltregion. Die Corona-Krise und ihre Folgen bestimmen das Leben der Menschen in durchgreifender Weise. Vor allem die Situation der Armen hat sich verschlechtert, viele erleiden große Not.

Doch es gibt auch Zeichen der Hoffnung: Zahlreiche Pfarrgemeinden, Ordensgemeinschaften und kirchliche Gruppen in ganz Lateinamerika und der Karibik stellen sich dem wachsenden Elend entgegen. Sie nehmen sich der Menschen an und helfen, wo immer dies möglich ist. Sie lindern akute Not, schenken Kranken und Trauernden Beistand, schaffen Existenzgrundlagen und kümmern sich um die Schwächsten: Kinder, Jugendliche, Frauen und Familien.

Adveniat hat seine diesjährige Weihnachtsaktion unter das Thema „ÜberLeben in der Stadt“ gestellt. Die Aktion präsentiert Beispiele der vielfältigen Hilfe, die vor Ort geleistet wird. Seit mehr als 60 Jahren steht Adveniat an der Seite der Ärmsten. Die Weihnachtskollekte in den Gottesdiensten und die Spenden sind das Fundament der Arbeit.

Wir bitten Sie um eine großzügige Spende bei der Adveniat-Weihnachtskollekte. Ihre Gabe ist ein Hoffnungszeichen für viele Menschen in Lateinamerika und der Karibik. Bleiben Sie den Menschen in Not und Armut verbunden, nicht zuletzt im Gebet!

Das Jubiläumsjahr geht weiter …

Den neuen „Angelus“ für Dezember 2021 bis Februar 2022 gibt es hier zum herunterladen!

Immer noch klingen in meinen Ohren begeisterte Stimmen und Dankbarkeit nach unserem Jubiläum vom 16. bis 17. Oktober. Viele von ihnen haben sich kulturvoll bei mir oder beim Diakon persönlich sowohl für das Worship-Konzert am Samstag, wie auch für die große Feier am Sonntag bedankt. Wir erwidern diese Dankbarkeit, denn es ist heutzutage nicht selbstverständlich, dass man sich für solchen Aufwand an Arbeit bedankt. Hiermit danken wir ausdrücklich allen Helfern, die aktiv an den Vorbereitungen, besonders beim Auf- und Abbau des Festzeltes, mitgewirkt haben – Vergelt’s Gott!

Wie Sie wissen, wollten wir nicht bloß punktuell am Weihetag unserer Kirche das Jubiläum begehen, sondern das dreifache Jubiläum als Ansporn für das ganze Jahr nutzen zur Vertiefung unserer Zugehörigkeit zur Pfarrei und zur Erneuerung wie auch Stärkung des Glaubens.

Hinter uns liegen also die schönen Feierlichkeiten mit unserem Herrn Bischof und geladenen Gästen in Oktober, wie auch das außergewöhnliche Gebet in November für die Gründer und Erbauer der Pfarrei und der Pfarrkirchen seit 160 Jahren, aber natürlich auch für die ersten Christen unserer Region seit dem 12. Jahrhundert, als hier das erste katholische Bistum entstanden ist – Bistum Lebus.

Jetzt bereiten wir uns vor auf die nächsten Ereignisse des Jubiläums vor, und zwar auf unsere 3 adventlichen Roratemessen, die wir in der Dunkelheit unserer Pfarrkirche je an einem Adventsfreitag, um 18.30 Uhr feiern werden – dazu eine herzliche Einladung, besonders an die Kinder und Jugendlichen, mit eigenen Laternen zu kommen und die Dunkelheit der Kirche zu erhellen.

Am 4. Adventssonntag erwartet uns eine spirituelle Herausforderung, und zwar die Möglichkeit des Gebetes mit hunderten oder gar tausenden Radiohörern bei unserem Rundfunkgottesdienst (rbb-Kultur: 104,4 MHz, https://www.rbb-online.de/rbbkultur/livestream/), den wir am Sonntag, den 19. Dezember – ACHTUNG: erst um 10.00 Uhr feiern. 

Den nächsten Schritt bildet dann der Geburtstag unseres Herrn Jesus Christus – Weihnachten. Je nach Lage der Pandemie (wir behalten uns kurzfristige Änderungen vor) planen wir am Heiligen Abend (PL: Wigilia), den 24. Dezember, eine kurze Krippen-Andacht (PL: modlitwa przy szopce), um 16.00 Uhr für die Kinder und die reguläre Christnacht (PL: Pasterka) um 21.00 Uhr.

Das alte Jahr 2021 verabschieden wir am 31. Dezember um 17.00 Uhr mit einem Dankamt in der Pfarrkirche und begrüßen das neue Jahr 2022 am 1. Januar, auch um 17:00 Uhr.

Im neuen Jahr wollen wir – pandemiebedingt in der Kirche während der Sonntagsgottesdienste – einen sogenannten „Glaubenskurs“ starten, der ca. 8 bis 10 Sonntage dauert und uns thematische Katechesen und Meditationen bringt zur Vertiefung des Glaubens. Dieses Projekt werde ich mit unserem Herrn Diakon abwechselnd durchführen. Dazu eine herzliche Einladung und viel Licht des Heiligen Geistes. 

So wollen wir mit offenen Herzen und offenen Sinnen das Jubiläumsjahr miteinander erleben und unseren gemeinsamen Glaubensweg in dieser Welt festigen!

So wünsche ich Euch/Ihnen viel Kraft und Gesundheit, viel Gelassenheit und Geborgenheit, viel Licht und Freude, sowohl im Advent als auch an Weihnachten und besonders im neuen Jahr 2022!

Pfarrer Artur Żuk

„Wacht und betet allezeit“

Es geschieht immer ganz plötzlich: Wie leben dahin, das Jahr vergeht, und plötzlich ist Advent. Und kaum ist der Advent gekommen, ist auch schon Weihnachten da. 

Wie es in Psalm 90 heißt: „Rasch geht es (das Leben) vorbei, wir fliegen dahin.“

So ist der erste Adventsonntag ein gute und wichtige Bremse vor dem Weihnachtsfest. Er reißt uns heraus aus dem Dahinfliegen und stellt uns mit dem Blick auf das Ende der Welt die Frage: „Bist du bereit? Bist du bereit für das Ende? Bist du bereit zum Sterben?“

Diese Frage passt so gar nicht zu unserer adventlichen Stimmung. Doch es geht zu Beginn des Advents nicht um den romantischen Blick auf das Kindlein in der Krippe, sondern um den realistischen Blick auf unser Leben: Sind wir bereit Ihm zu begegnen, vor Ihm zu stehen, wenn die Ewigkeit in unser endliches Leben hereinbricht?

Der Zeichenlehrer meiner Frau hat sie gelehrt, dass ein Bild in jedem Stadium des Zeichnens oder Malens fertig sein muss. Wann immer ich mit der Arbeit an dem Bild abbreche, muss es so stehen bleiben können.

Das gilt auch für unser Leben. Wir wissen nicht, wann der Herr kommt. Sind wir bereit? Sind wir fertig?

Mit dem Blick auf unser Seelenheil und auf das ewige Leben, wird das meiste, mit dem wir uns jeden Tag beschäftigen, völlig unwichtig und unbedeutend. Nehmen wir uns ein Beispiel an todkranken Menschen, die ihr irdisches Ende vor Augen haben. Plötzlich erkennen sie, was wirklich wichtig ist im Leben, worauf es ankommt. Und sie verschwenden keine Zeit mehr, denn die Zeit die ihnen bleibt, ist zu kostbar, um sich mit Nebensächlichkeiten zu beschäftigen.

Nun, wie können wir das tun? Wie bereiten wir uns auf den „Adventus“ vor, auf die Ankunft  des Königs, unseres Herrn Jesus Christus? Er selbst sagt uns heute: „Wacht und betet allezeit.“

„Allezeit beten“, heißt nicht, dass wir 24 Stunden am Tag mit gefalteten Händen knien und das Vaterunser sprechen. Was heißt beten? Beten ist die Kommunikation mit Gott, die zur Kommunion führt. Also die Beziehung zu Gott, die Verbindung mit Gott, die zur Gemeinschaft mit ihm führt.

So können wir uns in diesem Advent vornehmen, was Tobit seinem Sohn Tobias rät: „Preise Gott, den Herrn, zu jeder Zeit; bitte ihn, dass dein Weg geradeaus führt und dass alles, was du tust und planst, ein gutes Ende nimmt.“

Das Morgengebet, das Tischgebet und das Abendgebet sind die drei Säulen auf denen unser geistliches Leben ruht und die es tragen. Aber wir können vielleicht in diesem Advent einen Schritt weiter in Richtung „Beten ohne Unterlass“ gehen, in dem wir alles, was wir beginnen – und sei es die kleinste und unbedeutendste Tätigkeit – im Namen Gottes tun. Mit Ihm und für Ihn. Tun wir ganz bewusst nichts ohne Gott. Und wenn wir damit fertig sind, danken wir Ihm und loben Ihn. 

So entwickelt sich nach und nach ein ständiges inneres Gebet, ein Bewusstsein, dass Er immer gegenwärtig ist. Und so kann Er auch immer mehr in uns und durch uns handeln und wirken. Wir werden transparenter, durchlässiger für Gott.

So können wir auch nach und nach das Vertrauen und die Sicherheit bekommen, dass uns nicht die Politik oder Pharmakonzerne Heil und Erlösung von allem Übel bringen, sondern ausschließlich der wehrlose, ohnmächtige Sohn Gottes im Holz der Krippe und am Holz des Kreuzes. 

Und schließlich können wir zu der Haltung gelangen, von der Jesus im heutigen Evangelium auch gesprochen hat: „Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.“

Sich „aufrichten“ und „das Haupt erheben“ sind in der biblischen Sprache Zeichen des Sieges. All die Schrecken und Verwirrungen dieser Zeit und selbst der Tod werden uns nichts anhaben können. Denn Er ist unser Herr, und Er kommt in unser Leben.

Diakon Markus