Das Programm: Evangelisierung

Nein, Mission und Evangelisierung ist nicht das Programm, das sich der Herr Pfarrer ausgedacht hat. Es ist das Programm von Jesus Christus, vom Papst, von unserem Bischof, von der ganzen Kirche!
Der letzte Auftrag von Jesus an seine Jünger, sozusagen sein Vermächtnis, sein Testament war: „Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ Sein Auftrag war definitiv nicht: „Macht es euch in euren Pfarrgemeinden gemütlich und bleibt möglichst unter euch.“

Das Hauptanliegen aller Päpste seit Paul VI. war die Evangelisierung bzw. die Neuevangelisierung. In der Enzyklika „Evangelii nuntiandi“ schrieb Papst Paul VI.: „Evangelisierung ist die innere Umwadlung“ (EN 18). Papst Franziskus hat ganz deutlich gesagt, dass die Pfarren missionarisch sein müssen. Frei nach Karl Rahner könnte man sagen: Die Pfarre von morgen muss missionarisch sein oder sie wird nicht mehr sein. In seinem „Brief an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ schrieb Papst Franziskus von der Evangelisierung als einem „Weg der Jüngerschaft“ (Nr. 7).

Das ist auch das Anliegen unseres Bischofs Wolfgang Ipolt. Am Samstag vor einer Woche hat es ein Treffen aller Diakone des Bistums mit dem Bischof gegeben. Und das Thema, über das der Bischof hauptsächlich gesprochen hat, war Evangelisierung!
Bischof Ipolt zitierte unter anderem den emeritierten Bischof Joachim Wanke (Erfurt), der in einem Impuls beim Ständigen Rat der Deutschen Bischofskonferenz sagte: „Unsere Kirche in Deutschland muss entschieden umdenken. So hart es klingt: Das Gewinnen neuer Christen hat prinzipiell Vorrang vor der ‚Bestandswahrung‘. Aus dem überkommenen Erbe muss ein neues Angebot werden. Aus der verbreiteten Unkenntnis dessen, was die Mitte der Nachfolge Christi als Lebensvollzug ausmacht, muss ein (intellektuelles und existentielles) Entdecken werden, … das zu einer ‚Lebenswende‘ Mut macht.“

Mission ist einer der Grundaufträge der ganzen Kirche! Das kirchliche Leben ist ein Dreiklang, ein Dreischritt: Bekehrung, Stärkung des Glaubens, Missionierung. Die Bekehrung geschieht laufend, nicht nur einmal im Leben. Deswegen haben wir auch den Advent und die Fastenzeit. Diese Zeiten dienen jedes Jahr unserer eigenen Umkehr.
Die Stärkung geschieht durch unser spirituelles Leben: das tägliche Gebet, die Anbetung, das Lesen oder Hören des Wortes Gottes, durch die Eucharistie. 
Und darauf folgt die Mission. Ohne diesen entscheidenden dritten Schritt ist ein christliches Leben unvollständig. Ohne Mission sind wir nur Zwei-Drittel-Christen. Uns fehlt ein wesentliches Element!

Was machen wir denn jeden Sonntag in der heiligen Messe? Wir versammeln uns, wir werden gestärkt durch das Wort Gottes und durch die Eucharistie, und dann werden wir ausgesandt! „Ite missa est!“ Geht, ihr seid gesandt! Wozu? – Genau: um zu evangelisieren! Das ist der Sinn des Ganzen: Wir treffen uns, um uns zu stärken für die Mission!

Bild: Aussendung der Jünger (Foto: VOX/2013 LightWorkers Media/Joe Alblas/Casey Crawford)

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