KRÄUTERSEGNUNG AN MARIÄ HIMMELFAHRT

Rund um Mariä Aufnahme in den Himmel finden in vielen Pfarren traditionell Kräutersegnungen statt. Bei
uns am Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel, am Sonntag, den 15. August, in der Heiligen Messe um
9.30 Uhr.

WARUM GIBT ES KRÄUTERBUSCHEN?

Im achten Jahrhundert nach Christus deutete die katholische Kirche einen alten, ursprünglich heidnischen
Brauch um und verband ihn mit der Gottesmutter Maria. Drei Tage nach dem Entschlafen der Gottesmutter
kamen die Apostel laut Legende an ihr Grab, doch das Grab war leer, da Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden war. Aus dem Grab jedoch strömte der Duft von Rosen, Lilien und ein lieblicher Wohlgeruch wie von duftenden Heilkräutern.

WAS MUSS HINEIN IN DIE KRÄUTERBUSCHEN?

Sieben bis dreißig Kräuter gehören in einen Kräuterbuschen zu Mariä Himmelfahrt – die Zahl schwankt je
nach Region, es handelt sich jedoch immer um eine symbolträchtige Zahl wie zum Beispiel eine der folgenden:
Sieben: Zahl der Schöpfungstage, Zahl der Vollendung.
Neun: Drei mal drei für die heilige Dreifaltigkeit, Zahl der Fruchtbarkeit.
Zwölf: Zahl der Apostel, Zahl der Stämme Israels.
Vierzehn: Zahl der Nothelfer.
Vierundzwanzig: Zwei mal zwölf für die Stämme Israels und die Apostel (Altes und Neues Testament).

Je nach Region werden unterschiedliche Pflanzen in den Buschen geflochten. In der Mitte des Buschens
steckt oft eine Königskerze, die von zahlreichen anderen Kräutern umrankt ist. Häufig darunter zu finden
sind heimische Kräuter wie Alant, Arnika, Baldrian, Beifuß, Frauenmantel, Johanniskraut, Kamille, Liebstöckl, Pfefferminze, Salbei, Schafgarbe, Thymian und Wermut. Als Symbol für Maria werden häufig auch Rosen und Getreideähren in den Buschen integriert.

WIE WERDEN KRÄUTERBUSCHEN GEMACHT?

Sommerzeit ist Kräuterzeit. Den Heilkräutern wird im Zeitraum zwischen Mariä Aufnahme in den Himmel am 15. August und dem Gedächtnis der Schmerzen Mariens am 15. September, dem sogenannten „Frauendreißiger“, eine besondere Wirkung nachgesagt. Ein besonderer Segen soll in dieser Zeit auf allen Kräutern – mit Ausnahme der Johanniskräuter, die bereits rund um den Johannistag am 24. Juni gepflückt werden – liegen. Und so sammelten Frauen in diesem Zeitraum ihre Heilkräuter, um einen Vorrat für die kalte Jahreszeit anzulegen.

Für die Herstellung eines Kräuterbuschens werden verschiedene Heilkräuter benötigt, die kurz vor Mariä
Aufnahme in den Himmel – am besten am Vortag – gepflückt werden. Beim Binden der Kräuterbuschen gibt es verschiedene Varianten – eine davon stellen wir vor: Die einzelnen Pflanzen werden in absteigender Form zusammengefügt. Begonnen wird mit dem Mittelpunkt, meist der Königskerze, an deren Seiten der Größe entsprechend unterschiedliche Kräuter aus den einzelnen Pflanzengruppen drapiert und anschließend zusammengebunden werden. In vielen Fällen ist das fertige Gesteck nicht rund wie ein Blumenstrauß, sondern eher flach. So vorbereitet lässt es sich mit den Blüten aufgehängt gut bis zur Segnung an Mariä Himmelfahrt aufbewahren.

WAS PASSIERT MIT DEN KRÄUTERBUSCHEN?

An Mariä Aufnahme in den Himmel werden die Kräuterbuschen gesegnet, verbunden mit der Bitte um das
Heil des ganzen Menschen. Als die Kräutersegnung in den Gottesdienst am Festtag eingeführt wurde, war die Legende rund um Marias Tod noch bekannt. Der Duft der Heilkräuter und Blumen verbindet mit der Freude über die Schönheit der Schöpfung die Erinnerung an den Wohlgeruch Mariens als Hinweis auf die Bewahrung ihres Leibes in der Wirklichkeit der Auferstehung.

Von der vielgestaltigen Verwendung der Kräuterbuschen berichtet der Mystiker und Priester Sebastian
Franck bereits 1534 in seinem „Weltbuch“, wenn er schreibt: „An unser frawen Hymmelfart da tregt alle
wellt obs büschel allerley kreüter in die kirchen zuo weihen für alle sucht vnnd plag überlegt bewert.“

Die Kräuterbuschen bringen – immer verbunden mit Gebet! – Gottes Segen ins Haus, daher werden sie in
Haus und Hof aufgehängt, mit Weihrauch vermengt geräuchert, als Tee überbrüht, dem Vieh unters Futter
gemischt oder sogar unters Kopfkissen gelegt, um das Eheglück zu erhalten.

Quelle: Diözese Linz / Foto: Anne Roidl

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