Wir sagen euch an …

… den lieben Advent, sehet die erste Kerze brennt!

Im Advent gibt es Weihnachtmärkte, wo man alles Mögliche und Unmögliche kaufen kann. Es gibt Weihnachtskonzerte und andere Weihnachtsveranstaltungen, wo man ausgeht und bestens unterhalten wird. Im Advent gibt es jede Menge Weihnachtsfeiern, weil man ja in der Firma, im Büro, im Verein und überall sonst noch auch Weihnachten feiern will.

Nur, es ist Advent und nicht Weihnachten. Die Weihnachtszeit beginnt am 25. Dezember und endet mit dem Fest der Taufe des Herrn, dem Sonntag nach dem Dreikönigsfest. DAS ist die Weihnachtszeit. DA feiern wir Weihnachten, zweieinhalb Wochen lang.

Aber davor, bitte, da ist keine Weihnachtszeit, sondern Advent. Und da sollen wir nicht feiern, sondern uns auf Weihnachten, auf die Ankunft des Herrn vorbereiten. Advent, das ist eine Bußzeit, darum auch Violett als liturgische Farbe. Es ist eine Zeit der Umkehr.

Darum heißt es auch heute im Römerbrief: „Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag, ohne maßloses Essen und Trinken, ohne Unzucht und Ausschweifung.“ Und im heutigen Evangelium: „Wie die Menschen in den Tagen vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein.“

Es geschieht immer ganz plötzlich: Wie leben dahin, das Jahr vergeht, und plötzlich ist Advent. Und kaum ist der Advent gekommen, ist auch schon Weihnachten da. Wie es in Psalm 90 heißt: „Rasch geht es (das Leben) vorbei, wir fliegen dahin.“

So ist der erste Adventsonntag ein gute und wichtige Bremse vor dem Weihnachtsfest. Er reißt uns heraus aus dem Dahinfliegen und stellt uns mit dem Blick auf das Ende der Welt die Frage: „Bist du bereit? Bist du bereit für das Ende? Bist du bereit zum Sterben?“

Diese Frage passt so gar nicht zu unserer adventlichen Stimmung. Doch es geht zu Beginn des Advents nicht um den romantischen Blick auf das Kindlein in der Krippe, sondern um den realistischen Blick auf unser Leben: Sind wir bereit Ihm zu begegnen, vor Ihm zu stehen, wenn die Ewigkeit in unser endliches Leben hereinbricht?

Der Zeichenlehrer meiner Frau hat sie gelehrt, dass ein Bild in jedem Stadium des Zeichnens oder Malens fertig sein muss. Wann immer ich mit der Arbeit an dem Bild abbreche, muss es so stehen bleiben können.
Das gilt auch für unser Leben. Wir wissen nicht, wann der Herr kommt. Sind wir bereit? Sind wir fertig?

Mit dem Blick auf unser Seelenheil und auf das ewige Leben, wird das meiste, mit dem wir uns jeden Tag beschäftigen, völlig unwichtig und unbedeutend. Nehmen wir uns ein Beispiel an todkranken Menschen, die ihr irdisches Ende vor Augen haben. Plötzlich erkennen sie, was wirklich wichtig ist im Leben, worauf es ankommt. Und sie verschwenden keine Zeit mehr, denn die Zeit die ihnen bleibt, ist zu kostbar, um sich mit Nebensächlichkeiten zu beschäftigen.

Diakon Markus

Das Sakrament der Heiligen Beichte

Foto: Meiert

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: