Geistige Kommunion

Die geistige Kommunion ist das von lebendigen Glauben an Christi Gegenwart im Allerheiligsten Sakrament und von Akten der Hoffnung, der Liebe beseelte Verlangen nach sakramentaler Vereinigung mit Christus. Sie wird seit Jahrhunderten von den Gläubigen praktiziert, vor allem jenen, die aus verschiedenen Gründen an der Teilnahme der sakramentalen Kommunion gehindert werden.

Die geistige Kommunion vermittelt nicht die eigentliche sakramentale Gnade und ersetzt daher nicht die sakramentale Kommunion. Aber sie kann ähnliche Wirkungen wie der Empfang des Sakramentes hervorbringen: die geistige Einigung mit Christus. Die geistige Kommunion vereinigt – abhängig von der übernatürlichen Liebe und Sehnsucht (ex opere operantis) – wirksam mit Christus, sie vermehrt die heiligmachende Gnade und damit auch die Tugend der Liebe. Sie verleiht auch helfende Gnaden, wie man sie in der augenblicklichen Lage braucht. Man kann also sagen, sie ist ein einfaches und leichtes Mittel, reichen Segen zu erlangen. 
(Quelle: Kathpedia)

Gebete zur geistigen Kommunion

Mein Jesus,ich glaube, dass Du im Allerheiligsten Sakrament des Altares gegenwärtig bist. Ich liebe Dich über alles, und meine Seele verlangt nach Dir.
Da ich Dich jetzt nicht in der Heiligen Eucharistie empfangen kann, bitte ich Dich innig:Komme geistiger weise zu mir und nimm Wohnung in meinem Herzen.Ich umfange Dich, vereinige mich ganz mit Dir und bete ich dich an, mein Heiland und Erlöser.Lass nicht zu, dass ich mich je von Dir trenne. Amen.
(Hl. P. Pio)

Zu deinen Füßen, o mein Jesus, werfe ich mich nieder und bringe Dir die Reue meines zerknirschten Herzens dar, das sich mit seinem Nichts in Deiner heiligen Gegenwart verdemütigt. Ich bete Dich an im Sakrament Deiner Liebe, der unfassbaren Eucharistie. Ich sehne mich danach, Dich in der armen Wohnstatt meines Herzens zu empfangen. Während ich das Glück der sakramentalen Kommunion erwarte, möchte ich Dich im Geist besitzen. Komm zu mir, o mein Jesus, da ich zu Dir komme! Die Liebe umfange mein ganzes Sein im Leben und im Tod. Ich glaube an Dich, ich hoffe auf Dich, ich liebe Dich. Amen. 

Herr, allmächtiger Vater, ich danke Dir für alle Deine Wohltaten und ganz besonders dafür, dass Du mich mit dem kostbaren Leib und Blut Deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, geistig speisen möchtest. Ich bitte Dich, lass dieses Heilige Sakrament mir zur Quelle des Erbarmens und zum ewigen Heil gereichen.
Die Heilige Eucharistie sei für mich, Rüstung des Glaubens und Schild des guten Willens; sie möge mich von meinen Fehlern reinigen und alle Tugenden vermehren; mich gegen alle Nachstellungen meiner sichtbaren und unsichtbaren Feinde schützen, mich innig und unzertrennlich mit Dir, dem einen und wahren Gott, verbinden und mir so helfen, mein letztes Ziel zu erreichen.
Schenke mir armen Sünder, zu jenem unaussprechlichen Gastmahl zu gelangen, wo Du mit Deinem Sohn und dem Heiligen Geist Deinen Heiligen das wahre Licht bist, die ewige Freude, der vollendete Friede und die vollkommene Seligkeit. 
Amen. 

Jesus, ich glaube an Dich, ich hoffe auf Dich, ich liebe Dich, ich bereue meine Sünden.
Jesus, komme in mein Herz; ich sehne mich nach Dir.
Jesus, Du bist bei mir; ich bete Dich an, ich danke Dir, ich weihe mich Dir; hilf mir in allen Anliegen, segne mich und alle Menschen, besonders die Sterbenden, bekehre die Sünder, heile die Kranken, erlöse die armen Seelen im Fegefeuer.
Jesus, ich glaube an Dich, komm in mein Herz. Bleibe bei mir; ich bete Dich an, segne mich. 

Du senkst voll Liebe Deinen Blick in meinen,
und neigst Dein Ohr zu meinen leisen Worten,
und füllst mit Frieden tief das Herz.

Doch Deine Liebe findet kein Genügen
in diesem Austausch, der noch Trennung lässt.
Dein Herz verlangt nach mehr.

Dein Leib durchdringt geheimnisvoll den meinen,
und Deine Seele eint sich mit der meinen:
Ich bin nicht mehr, was einst ich war.

Du kommst und gehst,
doch bleibt zurück die Saat,
die Du gesät zu künftiger Herrlichkeit,
verborgen in dem Leib von Staub. Amen.

(hl. Edith Stein)

Ich möchte dich empfangen, Herr,
mit jener Reinheit, Demut und Andacht,
mit der deine heiligste Mutter dich empfing, 
mit dem Geist und der Inbrunst der Heiligen. 

Fragen zur geistigen Kommunion

beantwortet vom Theologen und Kirchenrechtler Gero P. Weishaupt (Quelle: Catholic News Agency)

Darf ich die geistige Kommunion auch dann empfangen, wenn ich im Stand der Todsünde bin?

Man sollte in diesem Fall unbedingt zuerst eine vollkommene Reue wecken, verbunden mit dem aufrichtigen festen Vorsatz, so schnell wie möglich zu beichten. Unter dieser Voraussetzung wäre eine geistige Kommunion nicht ausgeschlossen, das heißt, die Sehnsucht nach dem Eucharistieempfang, der nun sakramental nicht möglich ist, in sich erwecken. 

Ist die geistige Kommunion sowas wie „Eucharistie zweiter Klasse“ oder ist Jesus dort genauso präsent?

„Eucharistie zweiter Klasse“ ist sie sicher nicht, denn die geistige Kommunion vermittelt eben die Gnaden der heiligen Eucharistie.

Der Unterschied liegt in der Weise der Gnadenzuwendung. Diese werden nicht wie bei der sakramentalen Kommunion objektiv-sicher geschenkt, sondern durch das Verlangen nach dem eucharistischen Herrn in den Gestalten der heiligen Eucharistie, Brot und Wein. Damit sind aber die Gnaden abhängig von der subjektiven Disposition des Gläubigen, und damit nicht absolut sicher. Nur in dem Maße wie ich frei bin von Sünden und erfüllt bin von der Sehnsucht nach Christus im heiligen Sakrament, empfange ich die Gnaden der heiligen Eucharistie vollumfänglich.

Christus ist bei der geistigen Kommunion gewiss nicht real gegenwärtig wie im Sakrament, aber er wendet die Gnaden der Eucharistie geistig  – also nicht durch die eucharistischen Gestalten des Sakrament (Brot und Wein) – dem Gläubigen zu. Die physische Gegenwart Christi bleibt einzig und allein immer an den sakramentalen Gestalten gebunden. Die eucharistischen Gestalten von Brot und Wein fehlen bei der geistigen Kommunion. Wer geistig kommuniziert, hat durch seine Sehnsucht zum eucharistischen Herrn einen geistigen Bezug zu den eucharistischen Gestalten. Wo der nicht geben ist, liegt keine geistige Kommunion vor.

Ich rate den Leuten immer, sich im Geiste nach dem eucharistischen Herrn, der im Tabernakel mit seiner Gottheit und Menschheit, mit Leib und Seele unter den Gestalten der heiligen Hostie gegenwärtig ist, auszuschauen und sehnsüchtig nach ihm zu verlangen. Und wenn die geistige Kommunion praktiziert wird, während in der Kirche die heilige Messe gefeiert wird, sollen die Gläubigen geistig auf den eucharistischen Herrn auf dem Alter in der Messe blicken.

Es wäre darum auch gut, wenn die Gläubigen durch das Läuten der Glocke während der Wandlung auf den Augenblick der realen Gegenwart des Herrn unter den sakramentalen Gestalten der heiligen Eucharistie aufmerksam gemacht würden. Wer es kann, sollte sich dann auch zuhause knien und in Stille sich mit dem Herrn vereinigen. 

Foto: Shutterstock.com

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