Katholische Pfarrei Beata Maria Virgo Neuzelle
Wir trauern um Papst Franziskus (Jorge Mario Bergoglio, *17. Dezember 1936), der am Ostermontag, dem 21. April 2025 im Alter von 88 Jahren heimgegangen ist. Sein Pontifikat, das am 13. März 2013 begann und sich über mehr als zwölf Jahre erstreckte, wird in Erinnerung bleiben als lebendiger Ausdruck der barmherzigen Liebe Christi, besonders für jene, die am Rande der Gesellschaft stehen.
In seiner ersten großen Ansprache als Papst prägte Franziskus das Bild der „Feldhospital-Kirche“, die nicht in dogmatischer Reinheit verhärtet sein dürfe, sondern sich in die Wunden der Menschheit hineinbegeben müsse. Theologisch stellte er damit die Pastoral vor die Doktrin – nicht als Entwertung der Lehre, sondern als lebendige Verkündung des Evangeliums in konkreter Nächstenliebe.
Mit dem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit (2015–2016) rückte er die göttliche Barmherzigkeit ins Zentrum des kirchlichen Lebens. In seiner Enzyklika Misericordiae Vultus („Das Antlitz der Barmherzigkeit“) lud er die Gläubigen ein, selbst zu Zeugen der Barmherzigkeit zu werden – etwa durch Beicht- und Bußgelegenheiten, die auch jene einschlossen, die sich lange Zeit von der Kirche entfremdet hatten.
Franziskus setzte auf synodale Versammlungen, in denen Nicht-Kleriker, Frauen und junge Menschen zu Wort kamen. Die zweite Sitzungsperiode der Familiensynode und die nachfolgende Apostolische Exhortation Amoris Laetitia („Die Freude der Liebe“) zeigen seinen theologischen Anspruch, pastorale Praxis am realen Lebensvollzug von Ehe und Familie auszurichten.
Aus dem reichen sozialen Engagement als Bischof von Buenos Aires brachte er in Rom eine theologisch fundierte „Option für die Armen“ ein. Die Enzyklika Laudato si’ (2015) verknüpft Sorge um Schöpfung mit sozialer Gerechtigkeit und ruft zu einer „ökologischen Umkehr“ im Geiste der Heiligen Franz von Assisi auf.
Papst Franziskus besuchte Flüchtlingslager, Obdachlosenhilfe-Einrichtungen und Slums rund um den Globus. Er kniete nieder, um Zuwendung zu zeigen, und forderte Kirchenvertreter auf, sich vor allem den „Kleinsten“ zuzuwenden. Dieses pastorale Handeln war mehr als reines Zeichen – es war eine theologische Predigt in Tat und Wort, die eingebettet war in sein Verständnis von Kirche als „Gemeinschaft der Heiligen im Dienst am Nächsten“.
Franziskus hinterlässt eine Kirche, die sich mutig den Herausforderungen von Armut, Migration, Umweltzerstörung und zwischenmenschlicher Entfremdung stellt. Seine Betonung von Barmherzigkeit, Synodalität und sozialer Gerechtigkeit wird noch lange nachhallen. Möge sein Beispiel uns ermutigen, auch weiterhin Brücken zu bauen, Mauern abzutragen und in den Rändern immer das Angesicht Christi zu erkennen. Ruhe in Frieden.
Diakon Markus